Berge und Täler sorgen für letzte Funklöcher in Thüringen
In vielen Thüringer Regionen ist das Funknetz inzwischen auf einem guten Standard. Aber es gibt immer noch Gebiete, in denen das Handy versagt. Was gegen die Funkstille getan wird.
Mobilfunkversorgung in Thüringen verbessert sich (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Noch gibt es sie in Thüringen - Funklöcher mit schlechtem Mobilfunkempfang. Ihre Zahl ist jedoch deutlich geringer geworden, das Mobilfunknetz ist in weiten Landesteilen gut ausgebaut, geht aus einer Antwort des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur auf eine Landtagsanfrage der AfD-Fraktion hervor.
Danach werden 97 Prozent der Landesfläche von mindestens einem Anbieter mit einem 4G-Netz versorgt. Die leistungsfähigere 5G-Netzversorgung liegt nach diesem Kriterium bei 93 Prozent der Fläche. Bei den privaten Haushalten und damit in Ortschaften und Städten liege die Abdeckung mit den beiden Funknetzen sogar noch höher - und zwar bei 98,7 Prozent im 5G-Netz.
Für Probleme bei einem guten Mobilfunkempfang sorgten im Freistaat die topographischen Gegebenheiten. Funklöcher gebe es vor allem in waldreichen Gebieten, in Tälern, aber auch den Höhenlagen des Thüringer Waldes sowie in Naturschutzgebieten - Wanderer können dadurch je nach Region zeitweise ohne Handyempfang sein.
Nur noch wenige Haushalte im Funkloch
Nur ein Bruchteil der privaten Haushalte im Freistaat liege in Regionen, in denen quasi Funkstille durch Versorgungslücken herrscht. Das Ministerium nannte einen Anteil von 0,01 Prozent und bezog sich bei seinen Angaben zur Mobilfunkabdeckung auf die Bundesnetzagentur in Bonn. „Damit gehört Thüringen zu den Ländern mit einer weitgehend flächendeckenden mobilen Breitbandversorgung“, erklärte das Ministerium.
Nach wie vor gehe der Netzausbau durch die Mobilfunkanbieter weiter - einige Projekte des Mobilfunkförderprogramms des Bundes seien noch in der Umsetzung. Die Unternehmen würden ihre Ausbauprojekte eigenverantwortlich planen und umsetzen. Das Land habe darauf keinen Einfluss.
Mobilfunkanbieter sucht Standorte für Masten
„Die regulatorische Verantwortung liegt beim Bund beziehungsweise der Bundesnetzagentur“, heißt es in der Antwort. Weiße Flecken beim Netzausbau seien größtenteils auf geografische Gegebenheiten zurückzuführen. In Wäldern und Tallagen sei der Ausbau wirtschaftlich und logistisch schwierig. Die Vorgaben für die Netzbetreiber sähen vor, eine Versorgung von 99 Prozent der Haushalte in dünn besiedelten Gemeinden mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde bis Ende des Jahrzehnts zu gewährleisten.
Thüringen betreibt laut Ministerium eine „Informationsstelle Digitale Infrastruktur“ bei der Landesentwicklungsgesellschaft als Anlaufstelle für den Mobilfunkausbau. Sie trage zur Koordination der Projekte der verschiedenen Netzbetreiber bei.
Nach Angaben der Deutschen Telekom haben mehr als eine Million Haushalte im Freistaat Zugriff auf das derzeit leistungsfähigste Netz des Unternehmens. Auch andere Netzanbieter bauen die G5-Verfügbarkeit in Thüringen aus. Aber auch die Telekom sieht noch Lücken im Netz, die geschlossen werden müssten. Um geeignete Flächen für neue Mobilfunkstandorte zu finden, sei das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen oder Eigentümern angewiesen.