Arbeitszeitkonten für Lehrkräfte gegen Unterrichtsausfall
Freiwillig mehr Stunden unterrichten, später weniger arbeiten: Wie dieses neue Angebot an Sachsens Lehrkräfte gegen den Unterrichtsausfall helfen soll.
Mit Arbeitszeitkonten gegen den Unterrichtsausfall. (Symbolbild)Jan Woitas/dpa
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Mit freiwilligen Arbeitszeitkonten für die Lehrkräfte will Sachsen den akuten Unterrichtsausfall an den Schulen eindämmen. Das Modell werde zum kommenden Schuljahr 2026/27 eingeführt, teilte das Kulturministerium mit. Die Lehrkräfte, die sich dafür entscheiden, sollen zunächst einige Jahre ein oder zwei Unterrichtsstunden mehr geben und das dann später mit weniger Arbeit wieder ausgleichen.
Entscheiden sich viele Lehrkräfte für ein solches Arbeitszeitkonto, könnte zumindest in den nächsten Jahren ein deutliches Plus an Unterrichtsstunden zustande kommen. „Ich ermutige unsere Lehrerinnen und Lehrer ausdrücklich zur Teilnahme. Je mehr von dieser Option Gebrauch machen, desto weniger Unterricht fällt in der aktuell besonders herausfordernden Zeit in Sachsen aus“, erklärte Kultusminister Conrad Clemens (CDU).
Erst drei Jahre mehr arbeiten, später dann weniger
Konkret besteht das alternative Arbeitszeitmodell aus drei Phasen: einer dreijährigen Ansparphase, einem Wartejahr und einer dreijährigen Ausgleichsphase. In der ersten Stufe geben die Lehrkräfte eine Zusatzstunde pro Woche. In Stufe zwei, dem Wartejahr, unterrichten sie normal wie bisher. Und in Stufe drei reduzieren sie ihren Unterrichtsumfang um eine Stunde. Das Gleiche geht laut Ministerium auch mit zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden.
Mitmachen können verbeamtete oder unbefristet angestellte Lehrerinnen und Lehrer. Auch wer Teilzeit arbeitet, kann sich für ein Arbeitszeitkonto entscheiden. Die Schulleitungen, Beamte auf Probe und Lehrkräfte, die weniger als die siebenjährige Laufzeit des Modells bis zur Rente haben, sind ausgenommen.