Arbeitsmarkt bleibt angespannt - Sorge um Jugendliche
Trotz mehr als 31.000 offener Stellen bleibt die Jugendarbeitslosigkeit ein Problem. Welche Branchen jetzt Hoffnung machen – und wo Sachsen besonders zu kämpfen hat.
In Sachsen bleibt der Arbeitsmarkt angespannt. (Symbolbild)Philip Dulian/dpa
© Philip Dulian/dpa
Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist saisonbedingt leicht zurückgegangen. Im April waren rund 155.000 Menschen ohne Job. Das waren knapp 1.000 weniger als im Vormonat, aber 6.700 mehr als im April des Vorjahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit informierte. Die Arbeitslosenquote liegt demnach weiterhin bei 7,2 Prozent. Stichtag für die Arbeitslosenzahlen war der 13. April.
„Es konnten wieder mehr Menschen eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufnehmen und wir haben wieder mehr Menschen mit Fördermaßnahmen unterstützt“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen. Herausforderungen lägen im weiteren Abbau der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit. „Das wird dauerhaft nur gelingen, wenn die Unternehmen auch wieder einstellen – und das ist von der wirtschaftlichen Entwicklung der konjunkturnahen Branchen abhängig“.
Arbeitslosigkeit regional unterschiedlich stark ausgeprägt
Regional ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen unterschiedlich stark ausgeprägt. In sieben Landkreisen sei diese im Monatsverlauf gesunken. Am kräftigsten fiel der Rückgang im Vogtlandkreis (minus 4,2 Prozent), im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (minus 3,1 Prozent) sowie in den Landkreisen Erzgebirgskreis und Görlitz (minus 2,8 Prozent) aus. Die kräftigsten Anstiege sind in der Stadt Leipzig (plus 1,6 Prozent) und im Landkreis Leipzig (plus 1,2 Prozent) zu verzeichnen. Die Spanne der Arbeitslosenquoten reicht von 5,6 Prozent im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis 9,9 Prozent in der Stadt Chemnitz.
Im April wurden gut 6.400 freie Stellen neu gemeldet. Insgesamt lägen den Arbeitsagenturen und Jobcentern damit gut 31.788 Stellenangebote vor.
DGB: Arbeitgeber sollen Fachkräfte halten
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen forderte die Arbeitgeber auf, alles dafür zu tun, die Beschäftigten an Bord zu halten und in junge Menschen zu investieren. „Was wir uns in Sachsen nicht leisten können, ist eine Abwanderungswelle von Fachkräften in andere Bundesländer. Das würde den Fachkräftemangel in Sachsen in den kommenden Jahren weiter verschärfen“, sagte Landesvize Ralf Hron.