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Leserbriefe

Nicht auf einen Sündenbock fokussieren

Klimadebatte

Mittwoch, 17. Juli 2019 - 12:42 Uhr

von Andreas Heumer (aus Gescher)

Leserbrief zu: „Klimadebatte endet mit Minimalkonsens“.

Foto: RWE

Das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk Europas in Neurath gehört der RWE. An dem Stromriesen hält der Kreis Borken rund 318.000 Aktien. Das sind 0,05 Prozent. Während die Grünen die Aktien am liebsten verkaufen würden, plante die CDU, mit der RWE-Dividende die Klimaarbeit im Kreis zu finanzieren. Jetzt bleibt aber vorerst alles beim Alten.

Die Debatte um den Klimaschutz im Kreistag Borken war ja wohl sehr schwach und jenseits der Realität hier im Kreis. Auch die Aussage der Sprecherin der „Fridays for Future“-Bewegung muss richtig gestellt werden. Im Kreis Borken ist sicher nicht RWE der Klimakiller Nr. 1. Wir bekommen wahrscheinlich im Kreis vier neue Gaspipelines und eine Gas-Verdichterstation. Von dem weltweit zweitgrößten Gasspeicher in Gronau-Epe ganz zu schweigen. Transportiert wird unter anderem Frackinggas aus den USA. Wenn man berücksichtigt, dass Methan um ein vielfaches schädlicher ist als CO2, so wird RWE sicher vom Platz eins verdrängt werden.

Die Bewegung „Fridays for Future“ wird sicher nicht das Klima retten, wenn man sich auf einen „Sündenbock“ wie RWE fokussiert. Selbst Abgeordnete der Grünen haben längst erkannt, dass man nichts gewinnt, wenn Kohle durch Gas ersetzt wird. Vergessen sollten man auch nie, dass es immer um Geld und Lobbyismus geht. SPD-Politiker Matthias Machnig, der von der „Behörde“ Bundesnetzagentur zur Gaswirtschaft gewechselt ist, wird immer vorrangig Wirtschaftsinteressen vertreten und nicht das Klima schützen. Man kann doch nicht gleichzeitig eine CO2-Steuer erheben und den Pipelinebau mit Steuergeldern stützen und dies noch zugunsten australischer und kanadischer Pensionsfonds.


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