LeserbriefeFREI

Natur sollte eine Chance bekommen

NDM-Anlage

Dienstag, 13. April 2021 - 16:30 Uhr

von Von Wilhelm Kappelhoff aus Schöppingen

Leserbrief zu: „Sieben Bewerber für NDM-Anlage“, Kreisseite vom 8. April.

Foto: Josef Barnekamp

Nachdem die Gülleanlage der NDM in eine finanzielle Sackgasse geraten war, gibt es jetzt sechs Interessenten, die die Anlage erwerben wollen. Auch die bisher beteiligten Landwirte könnten sich vorstellen, weiterzumachen.

Die NDM-Anlage in Nordvelen war und ist eine Nummer zu groß und beweist eine völlige Fehleinschatzung der Bedarfslage. Darüber hinaus offenbart sie, mit welcher Rücksichtslosigkeit gegen Umwelt und Natur vorgegangen wird, um Gewinne zu optimieren. Mit der NDM-Anlage „wird das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt“, wie ein Sprichwort sagt. Ein solches Verhalten ist auch ursächlich für die Misere in vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Damit ist der Menge der auf den zur Verfügung stehenden Flächen gehaltenen Tiere eine natürliche Grenze gesetzt.

Das gilt insbesondere für den Tierschutz und das Tierwohl als auch für die Umweltbelastung und die Entsorgung von Gülle. Die konventionelle Landwirtschaft nimmt darauf wenig Rücksicht. Sie versucht, die natürlichen vorgegebenen Grenzen durch Einrichtungen wie die NDM-Anlagen zu überwinden, um so über die massenhafte Überproduktion von Tier und Pflanzen hinweg zu täuschen. Das hier auch noch der Staat durch Steuermittel ein solches Verhalten fördert, ist unverständlich und wohl der Lobby-Arbeit der landwirtschaftlichen Interessensverbände und der ihnen nahestehenden Politiker zuzuschreiben. Ich wünsche mir, dass die Insolvenz der NDM-Anlage zu einem Umdenken bei Betreibern und Nutzern führt und Umwelt, Natur, Flora und Fauna eine reale Chance bekommen, sich zu renaturieren.

Hier geht es zum Text zur NDM-Gülleanlage.