LeserbriefeFREI

„Lieber zweimal nachdenken“

DITIB

Sonntag, 4. April 2021 - 11:30 Uhr

von Stephan Strestik (Gronau)

Antwort auf den Leserbrief von Birgit Hüsing-Hackfort zum Thema DITIB.

Foto: BZ-Archiv

Das Borkener Kreishaus

Wenn es um das hohe Gut der freien Meinungsäußerung geht, dann gibt es nur wenige Themen, bei denen Anstand und Moral jemanden verpflichten zweimal nachzudenken, bevor man etwas veröffentlicht. Die Shoa (der Holocaust) ist so ein Thema. Dass sich Frau Birgit Hüsing-Hackfort als DRK KiTa Leiterin dazu verrennt, DITIB Mitarbeiter in Deutschland auf eine Stufe zu stellen mit Oskar Schindler, ist wohl nur nachzuvollziehen, wenn man davon ausgeht, dass Sie „starke Bilder“ brauchte um zwei Kreistagsmitglieder persönlich anzugehen.

Selbst wenn der Vergleich Bestand hätte und die DITIB Mitglieder im Nordkreis hunderten Verfolgten aus der Türkei Schutz vor Repressalien und Tod in der Türkei böten, selbst dann wäre das Thema verfehlt. Denn dass es gerade NICHT um die Personen an sich geht, sondern um das „System DITIB“ und den Einfluss staatlicher türkischer Stellen in einem Gremium in Deutschland, war Kern der Beiträge von UWG und Grünen im Kreistag.

Der nationale Einfluss der Türkei über die DITIB scheint Frau Hüsing-Hackfort dabei gar nicht zu stören, Kinder führen militärische Aufführungen auf, Glorifizierung von Krieg in DITIB Regie, wer hat die Bilder nicht gesehen? Da müssen doch besonders bei einer KiTa Leiterin alle Alarmglocken läuten. Ganz zu schweigen von der Bespitzelung und Denunziation Gläubiger in den DITIB Einrichtungen. Sicher ist nicht jeder DITIB-Aktive ein Scherge Erdoğans, aber das „System-DITIB“ hat in demokratischen Gremien in Deutschland keinen Platz.