LeserbriefeFREI

„Schubladendenken“

DITIB

Donnerstag, 1. April 2021 - 11:30 Uhr

von Birgit Hüsing-Hackfort (Gronau)

Leserbrief zum Artikel „Hitzige Diskussion um DITIB-Vorschlag“. DITIB steht für Türkisch-Islamischer Kultur-Verein. Dieser ist vor allem im Nordkreis aktiv.

Foto: BZ-Archiv

Das Kreishaus in Borken

Es gibt Politiker, die arbeiten sich lieber an Personen ab, als differenzierte Sachverhalte zur Kenntnis zu nehmen und danach zu handeln. Mitglieder der DITIB müssen nicht automatisch Vasallen von Erdogan und willenlose Instrumente seiner Politik sein.

Anders als die Herrn von Borczyskowski und Eisele meinen, geht es hier genau darum, nämlich um die Menschen, die mit beratender Stimme die Interessen der türkisch-islamischen Ausländer im Jugendhilfeausschuss des Kreises vertreten sollen.

Dass es in allen totalitären Regimen für Menschen, die ihren Mitmenschen zur Seite stehen wollen, oft keine andere Möglichkeit gibt, als sich in gewisser Weise mit dem jeweils herrschenden Regime zu arrangieren, sollte gerade für Deutsche nichts Neues sein. Das war zu DDR-Zeiten nicht anders als im „Dritten Reich“.

Eines von vielen Beispielen ist Oskar Schindler. Er trat 1939 in die NSDAP ein. Dennoch rettete er vielen jüdischen Menschen das Leben. 1993 ehrte ihn die staatliche israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem dafür durch die Ernennung zum „Gerechten unter den Völkern“.

Das Schubladendenken der Herren von Borczyskowski und Eisele trägt auch in diesem Fall nicht zu sachgerechten Lösungen, sondern ausschließlich zur Diffamierung von Personen im politischen Leben bei.