Leserbriefe

Impfstoff als unsicher zu bezeichnen, ist vermessen

Haushaltssituation

Mittwoch, 23. Dezember 2020 - 09:30 Uhr

von Michael Engelhardt (Borken)

Leserbrief zum Leserbrief „Auf der Insel der Glückseligen“.

Foto: BZ-Archiv

+++Symbolbild+++

Einige Aspekte, die Herr Kranenburg angesprochen hat, möchte ich so nicht unkommentiert stehen lassen. Der Vergleich mit Glücksspiel in Bezug auf den Covid-Impfstoff, entbehrt jedem Bezug zur Realität. Ja, der Impfstoff wird nach relativ kurzer Entwicklungszeit auf den Markt geworfen. Ihn jedoch als unsicher zu bezeichnen, nur weil ein Zulassungsfahren einmal nicht Jahre gedauert hat, sondern die Entwicklung und Prüfung des Impfstoffes dank finanzieller Förderung schnell gingen, ist vermessen. Die EU hat sich ausdrücklich nicht zu einer Notfallzulassung hinreißen lassen, sondern die gängigen Verfahren wurden eingehalten. Politik soll sich um mehr Intensivbetten kümmern? Woher soll das Personal kommen, abgesehen davon, dass wir, bezogen auf die Einwohnerzahl, mehr Intensivbetten vorhalten als jedes andere europäische Land? Und das Pflegepersonal darf sich dann dort um die Sterbenden kümmern, die Preis unserer falsch verstandenen persönlichen Freiheit sind, sozusagen als Kollateralschaden?

Wer sich seiner Freiheitsrechte beraubt fühlt, hat das Prinzip des Rechtsstaats viel weniger verstanden als die Politiker, denen er eigene Interessen vorwirft. Denn unser aller Freiheit endet laut Grundgesetz da, wo das Recht des Einzelnen auf körperliche Unversehrtheit anfängt, aber das wird gerne einmal überlesen. Es ist Pflicht des Staates, der wir alle sind, unser aller Gesundheit zu schützen und im Besonderen die Schwachen. Im Übrigen hat jeder die Freiheit, die Volksvertreter bei freien Wahlen zu wählen oder abzuwählen und die Freiheit, seinen Lebensmittelpunkt selbst zu bestimmen.

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