Leserbriefe

„Im Agrarausschuss müssen selbstverständlich Fachleute sitzen“

Röring-Kandidatur

Mittwoch, 18. November 2020 - 09:30 Uhr

von Bernhard Icking senior (Borken-Borkenwirthe)

Leserbrief zur Berichterstattung über eine erneute Kandidatur von Johannes Röring für den Bundestag und den Leserbrief dazu von Theo Schwarte.

Foto: BZ-Archiv

Will auch 2021 erneut für den Deutschen Bundestag kandidieren: CDU-Mitglied Johannes Röring aus Vreden.

Wenn die Vredener CDU Herrn Röring erneut als Bundestagskandidat aufgestellt hat, weiß sie vielleicht sehr wohl, warum sie dies tat. Meines Wissens wurde Herr Röring seinerzeit auf Anhieb aus mehreren Bewerbern mit großer Mehrheit ausgewählt.

Er ist als Landwirt bekannt, der seinen Hof mit seiner Familie mustergültig führt. Vielleicht spielt da manchmal ein gewisser Neid in einigen Urteilen eine gewisse Rolle. Als zentrale Figur im Netzwerk der „Agrarlobby“ ist er mir nicht bekannt. Aber die „Agrarlobby“ ist eindeutig gegen Agrarkonzerne.

Die Flächenbeihilfe ist nicht für die Agrarkonzerne, sondern Anfang der 1980er Jahre als Ausgleich für die Aufhebung des Interventionspreissystems für Getreide geschaffen worden. Gab es die Prämie anfangs nur für die Getreideflächen, wurde diese Summe aus Vereinfachungsgründen später auf die gesamte Ackerfläche umgelegt. Heute erhält der Landwirt für sein Getreide etwa die Hälfte des Preises von 1984. Da schafft die Beihilfe nur einen Bruchteil des Ausgleichs. War die Flächenbeihilfe als Ausgleich für auf Weltmarktniveau reduzierte Getreidepreise gezahlt, wird sie heute als Subvention dargestellt und soll noch in andere Kanäle umgeleitet werden. Zu den eigenen Interessen, zu sehen an der Auflistungen der Nebentätigkeiten, ist aus eigener Erfahrung zu sagen, dass man im Allgemeinen gerufen wird und sich erst dann möglicherweise bewirbt. So sprechen eigentlich mehrere Nebentätigkeiten in erster Linie für die entsprechende Qualifikation, in diesem Fall des Herrn Röring. Mit Unterstützung der der „Agrarlobby“ nahestehenden CDU bleiben die landwirtschaftlichen Familienbetriebe auf der Strecke. Dieser Satz ist so unsinnig, dass er noch, um ihn zu verstehen, genauer erläutert werden müsste. Dass im Agrarausschuss des Bundestages Fachleute aus dem Agrarbereich sitzen müssen, dürfte wohl selbstverständlich sein.