Tennis

Zverevs emotionale Liebeserklärung an seine Mutter

Auf dem Gipfel der Tenniswelt dankt Alexander Zverev mit bewegenden Worten seiner Mutter. Er verrät, wie sie ihn als Kind beschützte und seine Träume rettete.

Von dpa

02.11.2026

Alexander Zverev gemeinsam mit Bruder Mischa sowie seinen Eltern nach dem Sieg bei den French Open. (Archivbild)Christophe Ena/AP/dpa

Alexander Zverev gemeinsam mit Bruder Mischa sowie seinen Eltern nach dem Sieg bei den French Open. (Archivbild)Christophe Ena/AP/dpa

© Christophe Ena/AP/dpa

An seinem ersten Tag an der Spitze der Tennis-Weltrangliste hat Alexander Zverev seiner Mutter mit einer emotionalen Liebeserklärung gedankt. Der 29-Jährige würdigte in einem persönlichen Beitrag auf der Internetseite der ATP die Frau, ohne die sein großer Traum wohl nie Wirklichkeit geworden wäre. 

„Die wichtigste Person in meinem Leben - und für meine Tenniskarriere - war schon immer meine Mutter Irina“, schrieb Zverev. „Sie hat mir das Tennisspielen beigebracht. Sie war meine erste Trainerin.“

Ehrung in Paris

Bei der kurzen Zeremonie beim Masters-Turnier in Paris war Mutter Irina aber nicht mit auf dem Platz, als Zverev die große Glastrophäe als Auszeichnung für die neue Nummer eins der Welt erhielt. „Es ist schon eine besondere Saison gewesen. Aber ich möchte sie nicht stoppen, ich möchte weitermachen“, sagte Zverev nach der Ehrung bei Sky.

Zverev will sich nun auf die beiden letzten ATP-Turniere des Jahres konzentrieren und mit dem deutschen Team einen erfolgreichen Davis Cup spielen. Besonders gefreut hat sich der Hamburger über die Glückwünsche von der spanischen Tennis-Ikone Rafael Nadal und dem Italiener Jannik Sinner, den er nun von der Spitze der Rangliste verdrängt hat. Nach der Ehrung posierte Zverev mit Vater Alexander Senior, Bruder Mischa, Freundin Sophia Thomalla sowie dem gesamten Betreuerstab für ein Foto auf dem Tennisplatz.

Der neue Weltranglisten-Erste Alexander Zverev küsst während einer Zeremonie in Paris die Trophäe.Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

Der neue Weltranglisten-Erste Alexander Zverev küsst während einer Zeremonie in Paris die Trophäe.Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

© Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

So schützte Mutter Irina ihren Sohn bei Arztbesuchen

Während sein Vater mit dem zehn Jahre älteren Bruder Mischa zu Nachwuchsturnieren reiste, kümmerte sich seine Mutter um ihn. Als bei Zverev im Alter von vier Jahren Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde, habe sie nie daran gezweifelt, dass ihr Sohn seine Träume verwirklichen könne.

Zu nervös: Mutter Irina Zvereva sieht kaum ein Match ihres Sohnes live im Stadion. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

Zu nervös: Mutter Irina Zvereva sieht kaum ein Match ihres Sohnes live im Stadion. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

© Friso Gentsch/dpa

„Egal, welches Hindernis sich mir in den Weg stellte, sie hätte niemals zugelassen, dass mich irgendetwas aufhält“, schrieb der zweimalige Grand-Slam-Sieger. Seine Mutter habe ihn auch vor entmutigenden Aussagen der Ärzte geschützt. „Sie schickte mich bei diesen Gesprächen aus dem Zimmer, weil sie nicht wollte, dass ich hörte, was dort gesagt wurde.“

Seine Mutter habe nicht akzeptiert, wenn Ärzte sagten, dass etwas für ihren Sohn unmöglich sei, erinnerte Zverev. „Sie hat alles in ihrer Macht Stehende getan, um mir zu helfen, meine Träume zu verwirklichen. Deshalb hatte ich nie Zweifel daran, dass ich alles erreichen kann, und das verdanke ich meiner starken Mutter an meiner Seite.“

Zverev versteckte seine Krankheit aus Scham

Lange habe er versucht, seine Erkrankung vor anderen zu verbergen. „Ich habe mich ein bisschen dafür geschämt“, gestand Zverev. Erst nach seiner schweren Knöchelverletzung bei den French Open 2022 habe ein Umdenken eingesetzt. Er gründete eine Stiftung, um Kindern mit Diabetes zu helfen, und machte seine eigene Erkrankung öffentlich.

Nun will Zverev seinen größten sportlichen Triumph auch als Botschaft an andere Betroffene verstanden wissen. „Es ist großartig, allen da draußen zu zeigen, dass sie ihre Träume auch mit dieser Krankheit verwirklichen können“, schrieb er. „Wenn es irgendwann einen weiteren Weltranglistenersten mit Diabetes geben sollte, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt.“

Karte
Das könnte Sie auch interessieren