Tennis

Zverev, Sinner und Zoff ums Geld: Alles zu den French Open

Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres rechnet sich Alexander Zverev die besten Siegchancen aus. Wer sein größter Gegner ist und was der Tennisfan vor dem ersten Aufschlag sonst noch wissen muss.

Von dpa

22.05.2026

Bei den French Open freuen sich die Tennisfans auch in diesem Jahr vor allem auf die Matches in der Abend-Session. (Archivbild)Aurelien Morissard/AP/dpa

Bei den French Open freuen sich die Tennisfans auch in diesem Jahr vor allem auf die Matches in der Abend-Session. (Archivbild)Aurelien Morissard/AP/dpa

© Aurelien Morissard/AP/dpa

Die Tennis-Welt freut sich wieder auf das Sandplatz-Spektakel in Paris. Die French Open sind der Höhepunkt der langen Sandplatzsaison - und womöglich Schauplatz für Alexander Zverevs lang ersehnten ersten Grand-Slam-Triumph? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Prestigeturnier in Paris. 

Wann und wo wird gespielt?

Los geht’s wie seit ein paar Jahren in Paris üblich an diesem Sonntag. Die erste Runde erstreckt sich über drei Tage. Das Finale bei den Frauen findet am 6. Juni statt, einen Tag später spielen die Männer ihren Sieger aus. Das Stade Roland Garros im Bois de Boulogne von Paris ist eine der traditionsreichsten Tennis-Anlagen der Welt. Der Court Philippe-Chatrier als Hauptplatz bietet Platz für etwa 15.000 Zuschauer.

Um diese zwei Pokale geht es. (Archivbild)Christophe Ena/AP/dpa

Um diese zwei Pokale geht es. (Archivbild)Christophe Ena/AP/dpa

© Christophe Ena/AP/dpa

Wie stehen die deutschen Chancen?

Alexander Zverev gilt auf seinem Lieblingsbelag Sand als größter Herausforderer für Dauersieger Jannik Sinner. Als an Nummer zwei gesetzter Spieler würde er erst im Finale auf den italienischen Weltranglistenersten treffen. Doch im direkten Duell kassierte Zverev neun Niederlagen in Serie, und seinen Start beim Heimturnier in Hamburg sagte er jüngst wegen Rückenbeschwerden ab. Da aber andere Konkurrenten schwächeln, ist zumindest der Finaleinzug realistisch. 

Will endlich seinen ersten Grand-Slam-Turniersieg feiern: Alexander Zverev (Archivbild)Alessandra Tarantino/AP/dpa

Will endlich seinen ersten Grand-Slam-Turniersieg feiern: Alexander Zverev (Archivbild)Alessandra Tarantino/AP/dpa

© Alessandra Tarantino/AP/dpa

Neben Zverev sind noch acht weitere deutsche Tennisprofis für das Hauptfeld direkt qualifiziert. Sie erwischten jedoch wie Laura Siegemund (gegen Naomi Osaka) und Daniel Altmaier (gegen Felix Auger-Aliassime) schwere Auftaktlose. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass in der zweiten Woche wieder mal nur noch Zverev die deutsche Fahne hochhält. 

Wer sind die Turnier-Favoriten?

Bei den Herren gibt es darauf nur eine Antwort: Jannik Sinner. Der Dominator ist seit 29 Matches unbesiegt und hat sechs Masters-1000-Turniere hintereinander gewonnen. Da sein Dauerrivale Carlos Alcaraz verletzt fehlt, kann ihn eigentlich nur ein körperlicher Einbruch stoppen. Den hatte der Italiener im Halbfinale von Rom, konnte ihn aber überwinden. Die größte Chance seiner Konkurrenten wie Zverev und Novak Djokovic liegt darin, das Match in die Länge zu ziehen: Nur 6 seiner 17 Fünfsatzmatches konnte Sinner gewinnen. 

Der Fokus von Jannik Sinner ist stets geschärft. (Archivbild)Alessandra Tarantino/AP/dpa

Der Fokus von Jannik Sinner ist stets geschärft. (Archivbild)Alessandra Tarantino/AP/dpa

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Bei den Frauen ist das Topfeld deutlich breiter aufgestellt. Die belarussische Weltranglistenerste Aryna Sabalenka kommt ebenso für den Sieg infrage wie Titelverteidigerin Coco Gauff aus den USA, die Kasachin Jelena Rybakina und die Polin Iga Swiatek. Auch eine Überraschungssiegerin ist möglich. 

Warum gibt es Ärger wegen des Preisgeldes?

61,7 Millionen Euro werden bei den diesjährigen French Open ausgeschüttet, das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr und gar etwa 45 Prozent mehr als bei der Ausgabe 2019. Auch bei den anderen Grand-Slam-Turnieren steigen die Summen regelmäßig. Und trotzdem gibt es Zoff wegen der Prämien - und sogar eine Boykott-Drohung. „Ich glaube, irgendwann werden wir das boykottieren“, sagte die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka. Medienberichten zufolge wollen die Spieler aus Protest die Pressekonferenzen vor Turnierbeginn schon nach 15 Minuten verlassen.

Viele Tennisprofis kritisieren, dass der relative Anteil für die Spielerinnen und Spieler an den Einnahmen der vier Grand-Slam-Turniere in Paris, London, New York und Melbourne zu gering ist. Die Begründung: Vor allem Profis aus der zweiten und dritten Reihe wäre mit einer Erhöhung enorm geholfen. Tennisprofis reisen als Alleinunternehmer um die Welt, zahlen Trainer und Physiotherapeuten aus eigener Tasche. Nur wenige können sich das problemlos leisten. 

Bei welchem TV-Sender ist das Turnier zu sehen?

Die Tennis-Fans kommen bei Eurosport auf ihre Kosten, die wichtigsten Matches laufen dabei kostenlos und frei empfangbar auf Eurosport 1. Beim kostenpflichtigen Streamingdienst discovery+ sind die Matches von den 16 Courts live und auf Abruf in voller Länge zu sehen. Als Experten sind unter anderem wieder Boris Becker und Barbara Rittner im Einsatz.

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