Tennis

Ohne Zverev: Tennis-Herren mit Heimvorteil klarer Favorit

Kann das deutsche Team auch ohne Zverev und Altmaier gegen Außenseiter Peru überzeugen? Die Unterstützung der heimischen Fans in Düsseldorf soll helfen.

Von Kristina Puck, dpa

05.02.2026

Das Halbfinal-Aus gegen Spanien war für Alexander Zverev im vergangenen November eine Enttäuschung. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

Das Halbfinal-Aus gegen Spanien war für Alexander Zverev im vergangenen November eine Enttäuschung. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

© Luca Bruno/AP/dpa

Alexander Zverev fieberte in der ersten Reihe beim entscheidenden Match vergeblich mit. Auch mit dem deutschen Tennisstar verspielten Deutschlands Herren im November die große Chance auf den ersten Davis-Cup-Titel seit 1993. Elf Wochen nach dem Halbfinal-Aus in Bologna greift das Team ohne den Weltklassespieler in Düsseldorf wieder an.

Am Freitag und Samstag soll die Pflichtaufgabe gegen Außenseiter Peru auf dem angestrebten Weg zur erneuten Teilnahme an der Finalwoche nicht zum Stolperstein werden. 

Die Niederlage vom November gegen die schlagbaren Spanier ohne Topstar Carlos Alcaraz hänge noch „ein bisschen nach“, gab Teamchef Michael Kohlmann zu. „Auf der anderen Seite haben wir das Gefühl, dass wir uns diese Chance vielleicht noch mal erarbeiten müssen und dann vielleicht auch noch mal bekommen.“

Dafür dürfte der Tross des Deutschen Tennis Bunds am Saisonende dann wieder Zverev brauchen. Gegen Peru sollte es auch ohne den Hamburger und den zweitbesten Deutschen, Daniel Altmaier, reichen. Altmaier wird ab Montag beim ATP-Turnier in Buenos Aires antreten.

Youngster Engel zum zweiten Mal nominiert

Lange hatte Kohlmann mit der Nominierung für den letzten freien Platz im Aufgebot gewartet. Doch Zverev sagte erwartungsgemäß ab und wollte sich nach seinem dramatischen Halbfinal-Aus bei den Australian Open von den Strapazen erholen. Wegen Problemen am Knöchel verzichtet der Weltranglisten-Vierte nun auch auf den geplanten Start beim ATP-Turnier in Rotterdam in der kommenden Woche. 

Die Routiniers Jan-Lennard Struff (35), Yannick Hanfmann (34) sowie Nachwuchshoffnung Justin Engel (18) und die Doppelspezialisten Tim Pütz (38) und Kevin Krawietz (34) sollen die notwendigen drei Punkte sichern. Der erst kurzfristig berufene Youngster Engel zählt zum zweiten Mal zum Aufgebot. Im vergangenen September hatte er in Japan ein erfolgreiches Debüt gefeiert.

Ist zum zweiten Mal im Davis Cup dabei: Youngster Justin Engel. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Ist zum zweiten Mal im Davis Cup dabei: Youngster Justin Engel. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Erstmals seit drei Jahren tritt das Davis-Cup-Team daheim an

Im Düsseldorfer Castello stehen am Freitag ab 16.00 Uhr zunächst zwei Einzel an (tennis.de/Tennis Channel). Hanfmann betritt als Erster gegen Gonzalo Bueno den Platz, dann möchte Struff die Aufgabe gegen Juan Pablo Varillas bewältigen.

Das Doppel Krawietz/Pütz eröffnet den zweiten Spieltag am Samstag (13.00 Uhr) und kann im besten Fall schon die Entscheidung bringen. Schließlich hat sich Peru als Tennis-Nation keinen Namen gemacht. Ignacio Buse ist als Weltranglisten-98. einer von nur zwei peruanischen Tennisspielern unter den Top 250, aber offenbar angeschlagen für das Einzel vorerst nicht vorgesehen. 

Erstmals seit drei Jahren darf sich das deutsche Team wieder bei einem Heimspiel dem Publikum präsentieren und freut sich auf die Unterstützung. „Das kann echt cool werden“, sagte Hanfmann. „Ein paar Freunde und Familie von mir werden vor Ort sein, was auch bedeutet, dass ein paar mehr Nerven und Emotionen im Spiel sind“.

Freut sich endlich mal auf ein Heimspiel im Davis Cup: Yannick Hanfmann. (Archivbild)Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Freut sich endlich mal auf ein Heimspiel im Davis Cup: Yannick Hanfmann. (Archivbild)Mindaugas Kulbis/AP/dpa

© Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Gespielt wird auf Hartplatz. Mit den Bedingungen sei man „rundum zufrieden“, sagte Kohlmann. Als Reaktion auf das letztjährige Scheitern stellt sich der DTB zudem mit einem zusätzlichen Athletiktrainer vor Ort noch professioneller auf. 

Setzt sich der Gastgeber mit seiner Favoritenrolle durch, würde die DTB-Truppe die zweite Qualifikationsrunde erreichen. Mitte September würde dann der Sieger des Duells Kroatien oder Dänemark als letzte Aufgabe vor dem Erreichen der Finalwoche warten. „Unser klares Ziel ist wieder, sich für Bologna zu qualifizieren“, stellte Kohlmann klar. Ob Zverev dann zur Verfügung steht?

Mit Coach Michael Kohlmann (l) soll Routinier Jan-Lennard Struff (r) das deutsche Tennis-Team zum Erfolg führen. Frank Molter/dpa

Mit Coach Michael Kohlmann (l) soll Routinier Jan-Lennard Struff (r) das deutsche Tennis-Team zum Erfolg führen. Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

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