Wissenschaft

Stahlfirma will Werke in Hagen und Krefeld verkaufen

Der Mutterkonzern Swiss Steel will die DEW-Standorte neu ordnen: Die Stahlproduktion soll sich künftig auf Witten konzentrieren, das Stahlwerk in Siegen „pausieren“.

Von dpa

13.10.2026

Der Stahlhersteller Deutsche Edelstahlwerke will sich künftig auf seine Standorte in Witten und Siegen konzentrieren. Die Werke in Krefeld und Hagen sollen verkauft oder geschlossen werden. (Archivbild)Jörg Ratzsch/dpa

Der Stahlhersteller Deutsche Edelstahlwerke will sich künftig auf seine Standorte in Witten und Siegen konzentrieren. Die Werke in Krefeld und Hagen sollen verkauft oder geschlossen werden. (Archivbild)Jörg Ratzsch/dpa

© Jörg Ratzsch/dpa

Das zum Stahlkonzern Swiss Steel gehörende Unternehmen Deutsche Edelstahlwerke (DEW) will seine Kapazitäten in Witten und Siegen bündeln und im Gegenzug seine Werke in Hagen und Krefeld verkaufen. Gelingt dies nicht, sollen diese beiden Standorte geschlossen werden, wie Swiss Steel in Luzern mitteilte. Im Drahtwalzwerk in Hagen arbeiten rund 300 Menschen, am Standort Krefeld (Stahlbearbeitung) rund 450, wie ein Sprecher berichtete. 

Geplant ist, die Stahlproduktion am Standort Witten zu konzentrieren. Das Stahlwerk in Siegen solle „pausieren“, hieß es. Sollte sich die Marktlage in den kommenden Jahren verbessern, könnte es unter Umständen wieder in Betrieb genommen werden. Davon betroffen sind rund 220 Menschen. Das Siegener Walzwerk hingegen mit rund 700 Beschäftigten solle „integraler Bestandteil“ des künftigen Produktionsverbunds bleiben. 

Witten soll Produktionsmengen übernehmen 

Der Spezialstahl-Standort Witten mit aktuell mehr als 1.000 Beschäftigten soll Produktionsmengen übernehmen: Der dortige Elektrolichtbogenofen und die Gießanlage sollen dadurch fast Vollauslastung erreichen. „Das senkt die Kosten je Tonne und macht die Produkte wettbewerbsfähiger“, hieß es. Investitionen seien geplant. „Witten ist bereits heute auf margenstärkere und wachsende Endmärkte wie die zivile Luftfahrt und die Rüstungsindustrie ausgerichtet und weniger von der schrumpfenden Automobilindustrie abhängig“, so Swiss Steel weiter. Der Unternehmensumbau soll in den nächsten zwei Jahren stattfinden. 

Swiss Steel begründete die geplanten Maßnahmen mit einem schrumpfenden Markt. Seit 2021 sei das Marktvolumen über alle wichtigen Produktgruppen deutlich zurückgegangen. „Wichtige Abnehmerbranchen wie Automobil und Maschinenbau bleiben unter Druck. Hohe Energiekosten und zunehmender Importdruck belasten die europäische Stahlproduktion zusätzlich“, hieß es. 

DEW soll langfristig wettbewerbsfähig werden 

Bereits in den vergangenen Jahren seien Prozesse verbessert, Kosten reduziert und der Personalbestand deutlich gesenkt worden. Dies habe zwar Wirkung gezeigt. „Dennoch ist es nicht gelungen, das Unternehmen zurück in die operative Gewinnzone zu führen“, hieß es. Die Optimierung des bestehenden Produktionssystems sei an eine Grenze gekommen. „Darum muss es an die veränderten Marktgrößen angepasst werden.“ Mit der Konzentration auf Witten und das Walzwerk Siegen solle DEW langfristig wettbewerbsfähig werden. 

Swiss Steel sprach von „schmerzhaften Veränderungen“: „Die Entscheidung greift tief in das Leben von Mitarbeitenden, Familien und in die Wirtschaftsregionen in Nordrhein-Westfalen ein“, hieß es. Der Beschluss sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit und kein Urteil über individuelle Leistungen, betonte die Firma. Das Unternehmen versprach einen „fairen Umgang mit den betroffenen Mitarbeitenden“. Mit den Betriebsräten will das Management jetzt über einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandeln. Wo möglich, sollen Beschäftigte auch auf andere Standorte wechseln können. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

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