Politik Inland

Nach Minenexplosion: Nordkorea streitet Verantwortung ab

Nach der Minenexplosion mit drei verletzten südkoreanischen Soldaten weist Nordkorea die Vorwürfe aus Seoul zurück. Die Schwester von Machthaber Kim spricht von einer „Verschwörungsfarce“.

Von dpa

30.09.2026

Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, weist jegliche Verantwortung ihres Landes für den Vorfall zurück. Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa

Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, weist jegliche Verantwortung ihres Landes für den Vorfall zurück. Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa

© Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa

Nordkorea hat die südkoreanische Darstellung zu einer Minenexplosion mit drei verletzten Soldaten zurückgewiesen und im Falle einer Eskalation mit Vergeltung gedroht. Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, bezeichnete die Militärführung Südkoreas als „Militärgangster“ und deren Untersuchungsergebnisse als „inszenierte Verschwörungsfarce“.

Damit nahm sie Bezug auf eine Aussage des südkoreanischen Generalstabs, wonach eine Explosion am 21. September im südlichen Grenzgebiet der innerkoreanischen Grenze mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine nordkoreanische Landmine ausgelöst worden sei. Zwei südkoreanische Soldaten wurden schwer verletzt, ein weiterer leicht. Am Montag sagte auch Verteidigungsminister Kang Shin Chul, man gehe davon aus, dass die Landmine von Nordkorea verlegt und höchstwahrscheinlich nicht durch Niederschläge an den Explosionsort gespült worden sei. Laut Kang ist das eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den zwei Staaten, da die Minen südlich der militärischen Demarkationslinie verlegt worden seien.

Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul geht davon aus, dass eine von Nordkorea verlegte Mine eine Explosion ausgelöst hat, bei der drei südkoreanische Soldaten verletzt wurden.Yonhap/YNA/dpa

Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul geht davon aus, dass eine von Nordkorea verlegte Mine eine Explosion ausgelöst hat, bei der drei südkoreanische Soldaten verletzt wurden.Yonhap/YNA/dpa

© Yonhap/YNA/dpa

Nordkorea kündigt im Falle einer Eskalation Vergeltungsschläge an

Kim Yo Jong stritt nun in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme ab, dass nordkoreanische Soldaten jemals die Grenze zwischen den zwei Staaten überschritten hätten. Zudem warnte sie, dass Nordkorea „unverzüglich und gnadenlos“ Vergeltungsschläge durchführen werde, sollte das südkoreanische Militär auf nordkoreanische Soldaten schießen.

Nordkorea hat seine Grenzsicherung seit 2024 deutlich verstärkt. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hat Pjöngjang unter anderem Landminen verlegt, Stacheldrahtzäune verstärkt und Panzerabwehrsperren errichtet. 

Die Demilitarisierte Zone (DMZ) trennt die zwei Staaten.Song Kyong-Seok/POOL Kyodo News/AP/dpa

Die Demilitarisierte Zone (DMZ) trennt die zwei Staaten.Song Kyong-Seok/POOL Kyodo News/AP/dpa

© Song Kyong-Seok/POOL Kyodo News/AP/dpa

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) formal weiterhin im Kriegszustand, da bislang kein Friedensvertrag unterzeichnet wurde. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben in den vergangenen Jahren wieder deutlich zugenommen.

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