Politik Inland

In Deutschland leben mehr als 84 Millionen Menschen

dpa Wiesbaden. Besonders Berlin und Bayern verzeichnen Zuwächse. Das ist auch eine Folge des Ukraine-Kriegs: Die Nettozuwanderung im ersten Halbjahr war laut Statistikern sieben Mal höher als im ersten Halbjahr 2021.

27.09.2022

Dicht gedrängt laufen Menschen durch die Innenstadt: In Deutschland leben erstmals mehr als 84 Millionen Menschen.

Dicht gedrängt laufen Menschen durch die Innenstadt: In Deutschland leben erstmals mehr als 84 Millionen Menschen.

© Martin Gerten/dpa

Bevölkerung

In Deutschland leben nach vorläufigen Daten erstmals mehr als 84 Millionen Menschen. Im ersten Halbjahr 2022 wuchs die Zahl um 843.000 oder ein Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 war die Bevölkerungszahl nur um 82.000 Personen oder 0,1 Prozent gestiegen. „Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung ist der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskriegs“, erklärten die Statistiker.

Den Angaben zufolge hatte es im ersten Halbjahr eine Nettozuwanderung von rund 750.000 Ukrainerinnen und Ukrainern nach Deutschland gegeben. Insgesamt lag die Nettozuwanderung demnach bei rund einer Millionen Menschen. Sie sei damit sieben Mal höher gewesen als im ersten Halbjahr 2021, hieß es.

Mehr Todesfälle als Geburten

Gleichzeitig gab es laut den Daten mehr Todesfälle als Geburten, was sich dämpfend auf das Bevölkerungswachstum auswirkte: So starben in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 161.000 Menschen mehr, als geboren wurden.

Insgesamt war die Einwohnerzahl in allen Bundesländern gestiegen, regional jedoch unterschiedlich: Die höchsten Zuwächse gab es in Berlin (plus 1,3 Prozent) sowie Bayern und Hessen (jeweils plus 1,2 Prozent). Die niedrigsten Zuwächse wurden dagegen in Bremen (plus 0,5 Prozent), Thüringen (plus 0,6 Prozent) und im Saarland (plus 0,7 Prozent) verzeichnet.

Nur vorläufig?

Laut dem Bundesamt wurden die Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus 2011 gerechnet. Sobald Ende 2023 die Ergebnisse des Zensus 2022 mit Stichtag 15. Mai veröffentlicht werden, soll das die neue Berechnungsbasis sein. Dadurch könnte womöglich die Einwohnerzahl nach unten auf weniger als 84 Millionen korrigiert werden. Die Zunahme der Bevölkerung im ersten Halbjahr 2022 werde allerdings davon nicht beeinflusst, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:220927-99-913169/3

Das könnte Sie auch interessieren
Infolge russischen Raketenbeschusses ist die Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Unesco geschützten Höhlenklosters in der ukrainischen Hauptstadt in Kiew in Brand geraten. (Archivbild)Sergei Chuzavkov/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Brand in Kiewer Höhlenkloster durch russischen Beschuss

Die russische Armee feuerte wieder Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Schäden gab es an einem zum Weltkulturerbe zählenden Hauptheiligtum der ukrainischen und russischen orthodoxen Kirchen.

Politik Inland

zur Merkliste

USA und Iran einigen sich auf Abkommen

Zuletzt schien die Zukunft eines Rahmenabkommens wegen neuer Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah wieder auf der Kippe zu stehen. Doch nun wird ein Durchbruch verkündet.

Politik Inland

zur Merkliste

Trump: Abkommen mit Iran geschlossen

Nach dem Vermittler Pakistan hat auch US-Präsident Donald Trump die Einigung auf ein Abkommen mit dem Iran bestätigt. Er genehmige hiermit die Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.