Thüringens Top-Verdiener in Medizin und Hochschulen
Die Löhne und Gehälter in Thüringen fallen sehr unterschiedlich aus. Arbeitsmarktexperten haben ermittelt, wer viel und wenig verdient und dass Arbeitnehmer in Jena gute Karten haben.
Thüringer verdienen mehr (Illustration). Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
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Die gute Nachricht: Frauen haben bei den monatlichen Bruttogehältern in Thüringen einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Sie haben - statistisch gesehen - Männer bei der Bezahlung von Vollzeitjobs eingeholt, berichtete die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur.
Ende vergangenen Jahres kamen Frauen in Thüringen auf 3.507 Euro brutto im Monat, Männer auf 3.508 Euro. Die Bruttomonatsentgelte von weiblichen Arbeitnehmern stiegen innerhalb eines Jahres um 239 Euro, bei männlichen um 185 Euro.
Einkommensverbesserung von 6,1 Prozent
Dabei ist zu berücksichtigen: Bei den Werten handelt es sich nicht um klassische Durchschnittsangaben, weil die Arbeitsagenturen Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung zugrunde legen. Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze gemeldet werden, wird ein Verfahren angewendet, das darüber liegende Entgelte einbezieht - berechnet wird das sogenannte Medianentgelt. Der Median ist ein statistischer Mittelwert, bei dem genau die Hälfte der betrachteten Gruppe über und die andere Hälfte unter dem Wert liegt.
Es lag Ende 2025 für alle sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im Freistaat bei 3.508 Euro. Seit Ende 2024 stieg es um rund 201 Euro oder 6,1 Prozent. Auszubildende erhielten ein Medianentgelt von 1.181 Euro. Allerdings bleibt Thüringen bei der Bezahlung weiter deutlich unter dem Bundeswert von 4.217 Euro.
Gute Ausbildung bringt mehr Geld
Das stärkste Plus hatte die Berufsgruppe, die auch die Spitzenverdiener stellt: Ärzte. Aber auch Lehrer und Erzieher und andere Beschäftigte im Bildungssystem konnten sich finanziell deutlich verbessern. Nach der Entgeltstatistik der Bundesarbeitsagentur liegt der Bruttomedianlohn für Ärzte in Thüringen bei 7.949 Euro. Danach folgten Hochschul-Angestellte mit 5.709 Euro. Schlusslichter blieben Friseure und Kosmetiker mit 2.099 Euro monatlich.
„Eine gute Bezahlung bleibt ein wichtiger Baustein im Kampf um Fachkräfte. Langfristige Mitarbeiterbindung gelingt jedoch nur, wenn attraktive Arbeitsbedingungen hinzukommen - etwa ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, Entwicklungsperspektiven und flexible Arbeitszeitmodelle“, erklärte der Chef der Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur, Markus Behrens.
Behrens bekräftigte, dass sich eine gute Ausbildung lohnt. Fachkräfte verdienten nach den Daten knapp 650 Euro monatliche mehr als Helfer, der Abstand zu Akademikern lag bei weite über 2.000 Euro monatlich.