Coronavirus

Kreis Borken richtet Ersatz-Krankenhäuser ein

Um für die möglicherweise steigende Zahl von Corona-Patienten gewappnet zu sein, richtet der Kreis Borken Ersatz-Krankenhäuser ein.

Von Josef Barnekamp

31.03.2020

Im Dorf Münsterland sind das DRK und andere Helfer schon seit Donnerstag aktiv.

Im Dorf Münsterland sind das DRK und andere Helfer schon seit Donnerstag aktiv.

© Horst Andresen

Landrat stellt Maßnahmenpaket vor

KREIS BORKEN. Um für die auch im Kreis Borken steigende Zahl von Corona-Patienten gewappnet zu sein, hat Landrat Dr. Kai Zwicker am Dienstag Maßnahmen vorgestellt, mit denen sich der Gesundheits- und Pflegebereich darauf einstellen könne. Diese Maßnahmen seien mit Krankenhäusern und sonstigen Beteiligten aus dem Gesundheits-und Pflegebereich der Region abgestimmt. Einzelne Dinge seien bereits angelaufen, andere würden jetzt gestartet, so Zwicker. Im Einzelnen umfasse der Maßnahmenkatalog Folgendes:

  • Wie berichtet, sind zur Ergänzung der Tätigkeit der Hausarztpraxen schon seit vergangenen Donnerstag „Behandlungszentren“ im Bocholter Europahaus (Adenauerallee 59) und im „Dorf Münsterland“ in Legden eingerichtet. Ambulant versorgt werden dort: Patienten mit einer Coronavirus-Infektion, Patienten mit dringendem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion und behandlungsbedürftigen Beschwerden. Auch Personen, die Infektionssymptome entwickeln und Kontakt zu Infizierten hatten, können sich dort vorstellen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 9 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr – eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

  • In Bocholt geht eine Diagnostikambulanz am dortigen St. Agnes-Hospital in Betrieb. In einem Zelt in der Nähe des Eingangsbereichs werden zunächst alle gehfähigen Patienten vor Betreten des Krankenhauses untersucht und dann entsprechend dem festgestellten Krankheitsbild weitergeleitet. Patienten mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder leichten Symptomen würden dann unmittelbar an das Behandlungszentrum im „Europahaus“ weitergeleitet. So sollen im Bocholter Krankenhaus die Betten für Patienten mit „schweren Verläufen“, die sofort stationär behandelt werden müssen, freigehalten werden. Auch soll so die Notfallversorgung für alle medizinischen Bereiche des Bocholter Krankenhauses gesichert werden.

  • In Kürze will der Kreis Borken eine sogenannte „Kreis-Krankenhilfe-Einrichtung“ (KKE) eröffnen. Eine zweite könnte bald folgen. Als Standorte für die „Entlastungs-Einrichtungen“ vorgesehen sind das „Europahaus“ in Bocholt und das „Dorf Münsterland“ in Legden. Patienten, die nicht mehr ambulant medizinisch betreut werden können, aber auch noch keine Krankenhausbetreuung benötigen, sollen dort untergebracht werden. Die Zuweisung von Patienten dorthin werde über die Behandlungszentren Bocholt und Legden beziehungsweise die Krankenhäuser erfolgen. Bocholt soll ab einer Mindestpatientenzahl von fünf Personen starten – die Einrichtung könne aber auf maximal 80 Plätze ausgeweitet werden. Legden werde bei Bedarf ergänzend aufgebaut.

Gegenwärtig stellt der Kreis das medizinische Personal für beide Standorte zusammen – es rekrutiert sich insbesondere aus den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen sowie medizinisch vorgebildeten Freiwilligen, die sich nach einem Aufruf des Kreises gemeldet haben. Freiwillige aus dem Gesundheitsbereich können sich weiterhin melden unter www.kreis-borken.de/helfer.

  • Zur Unterstützung der ambulanten Pflegeversorgung ist das Haus St. Ludger, ein ehemaliges Alten- und Pflegeheim in Vreden, wieder bezugsfertig gemacht worden. Dort stehen ab dieser Woche 18 Plätze für Personen zur Verfügung, deren bisherige ambulante Pflege nicht mehr sichergestellt werden kann. Kurzfristig soll die Zahl der Plätze dann auf 34 aufgestockt werden. Gleichzeitig laufen laut Mitteilung des Kreises auch Planungen, ob und wie auch die bestehenden Altenpflegeeinrichtungen im Kreisgebiet ihre Kapazitäten schnell erweitern können. Zehn Unterbringungsplätze seien bereits zugesagt.
Kreis Borken richtet Ersatz-Krankenhäuser ein

© Horst Andresen