Münsterland

Maskenpflicht: Bundespolizei zur Situation in den Bahnen

„Masken-Disziplin gestiegen“

Dienstag, 18. August 2020 - 11:48 Uhr

von Stefan Biestmann, Sascha-Aimee Brinkmann

Während in Dortmund ein renitenter Maskenverweigerer nach einem Zugverweis zwei Bahnmitarbeiter verletzte, gab es im Münsterland nach ersten Angaben keine negativen Vorfälle. Im Gegenteil: Der Bundespolizei war kein Zugverweis wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht am Wochenende bekannt.

Foto: Annette Riedl/dpa

Die Bundespolizei kann bei Verstößen gegen die Maskenpflicht Bußgelder in Höhe von 150 Euro verhängen.

MÜNSTER/DORTMUND. Wer keine Maske in Bussen und Bahnen trägt, kann seit Mittwoch sofort mit 150 Euro Bußgeld zur Kasse gebeten werden. Zudem sind die Verkehrsunternehmen dazu angehalten, Maskenverweigerer aus Bus und Bahn zu verweisen.

Während in Dortmund ein Mann nach einem Zugverweis zwei Bahnmitarbeiter verletzte, gab es im Münsterland nach ersten Angaben keine negativen Vorfälle. Im Gegenteil: Der Bundespolizei war im Münsterland kein Zugverweis vom Wochenende bekannt. „Unseres Wissens hat es keine hartnäckigen Maskenverweigerer gegeben“, sagt Rainer Kerstiens , Sprecher der Bundespolizeiinspektion Münster.

Er betont, dass Bahnkunden in der Regel noch eine letzte Ermahnung erhielten, die Maske aufzusetzen oder richtig zu tragen. Nur wer nicht einsichtig sei oder provoziere, werde aus dem Zug verwiesen. Dies geschehe dann in der Regel durch die Zugbegleiter, die von dem Hausrecht der Verkehrsunternehmen Gebrauch machten. Die Bundespolizei nehme renitente Maskenverweigerer am nächsten Bahnsteig in Empfang – und verhänge das Bußgeld.

Zugverweise In NRW: „nur wenige Einzelfälle“.

Kerstiens meint, dass bereits die medienwirksame Ankündigung des Bußgeldes die Masken-Disziplin der Bahnkunden erhöht habe. „Ich glaube schon, dass das viele zum Nachdenken gebracht hat.“ Aber der Bundespolizei-Sprecher weiß auch, dass die Kontrollen in den Zügen begrenzt sind. „Die Zugbegleiter können nicht überall sein.“

Auch landesweit wurden am Wochenende nur wenige Kunden der Deutschen Bahn aus Zügen verwiesen. Das berichtete ein Bahnsprecher. „Es sind nur wenige Einzelfälle. Die Kunden setzen im Regelfall, sobald sie von den Zugbegleitern angesprochen werden, die Maske auf.“ Ganz anders am Samstag in Dortmund, wo die Lage eskalierte: Der 36-jährige Maskenverweigerer trat nach dem Zugverweis einer Bahnmitarbeiterin vor den Kopf. Sie und ein Kollege wurden verletzt. Die Bundespolizei nahm den Mann in Gewahrsam.