Münsterland

Krankenhäuser in Münster: Patienten sollen negativen Corona-Test mitbringen

Infektionsschutz an Kliniken

Montag, 24. August 2020 - 09:06 Uhr

von Westfälische Nachrichten

Patienten, die ab Dienstag geplant stationär in einem der Krankenhäuser in Münster aufgenommen werden, sollen möglichst sofort einen negativen Coronatest vorlegen. Die Leitungen der fünf großen Kliniken in Münster einigten sich darauf, an Schutzmaßnahmen festzuhalten. Das Maske-Tragen bleibt Pflicht.

Foto: Rolf Vennenbernd

MÜNSTER. Die steigenden Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus alarmieren auch die großen Kliniken in Münster: Die ärztlichen und kaufmännischen Direktoren des Universitätsklinikums Münster ( UKM ), des St. Franziskus-Hospitals, des Clemenshospitals, der Raphaelsklinik und der Fachklinik Hornheide haben sich am Freitag mit einer von der Bezirksregierung Münster vorgegebenen neuen Linie auseinandergesetzt. Danach haben Patienten, die geplant stationär aufgenommen werden, sofort bei der Aufnahme einen negativen Corona-Test vorzulegen. Die neue Regelung gilt ab Dienstag (25. August).

Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, der gleichzeitig Sprecher der Geschäftsführungen der münsterischen Krankenhäuser während der Pandemie ist, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einem Treffen in Düsseldorf darauf hingewiesen, dass das Schreiben der Bezirksregierung mit Blick auf Testkapazitäten nicht so einfach umzusetzen sei. Zumal die Patienten dann im Krankenhaus ein zweites Mal zu testen seien. Laumann wolle das Thema zu Wochenbeginn noch einmal besprechen, so Van Aken.

Einschneidende Maßnahmen

Die Kliniken erinnern in einer gemeinsamen Pressemitteilung daran, dass die teils einschneidenden Maßnahmen zum Schutz von Patienten und Mitarbeitenden aufrechterhalten blieben. Die Einhaltung der strikten Besucherregelung sei weiterhin dringend notwendig.

Seit Mitte Mai können Patienten nicht mehr jederzeit Besuch bekommen. Für schwerstkranke und Palliativpatienten, Kinder und Schwangere seien großzügigere Lösungen allerdings möglich. Pflicht bleibe das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für Patienten, Besucher und Mitarbeitende.

Die Klinikleitungen hätten sich trotz eines spürbar lässigeren Umgangs der Bevölkerung mit den gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln darauf geeinigt, dass Zutrittsbeschränkungen weiterhin Bestand haben müssten. Gleichzeitig eröffnen die Kliniken ihren Mitarbeitenden das Angebot, sich freiwillig auf SARS-CoV-2 testen zu lassen, selbst wenn sie frei von Corona-typischen Symptomen seien. „Unsere Krankenhäuser sind vulnerable Einheiten mit zum Teil schwerstkranken Patienten“, sagt Van Aken. „Jeder kann Träger des Virus sein. Daher ist es mit Blick auf die bevorstehende Infekt-Saison sinnvoll, hier ein Angebot auch für Mitarbeitende zu schaffen.“