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Bislang 30.000 Soforthilfe-Anträge im Regierungsbezirk Münster

Ansturm auch auf Info-Hotlines

Dienstag, 31. März 2020 - 09:12 Uhr

von Stefan Biestmann und Hilmar Riemenschneider

Der Ansturm auf die Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinunternehmer ist groß – auch im Münsterland. Die Bezirksregierung Münster berichtet, dass bis Montagmittag 30.000 Anträge eingegangen seien.

Foto: colourbox

Der Ansturm auf die Anträge für die NRW-Soforthilfe Foto: colourbox

Es klingt ein wenig so, als wären die Minister selbst überrascht gewesen. Nachdem kurzzeitig die Server der Landesregierung unter dem Ansturm auf die Soforthilfe für Kleinunternehmer und Soloselbstständige in die Knie gegangen waren, lief die Bewilligungsmaschine wie am Schnürchen. Allein 100.000 Anträge wurden am Wochenende durch 700 Mitarbeiter der fünf Bezirks­regierungen bewilligt, weitere95 500 kamen am Montag hinzu.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) war stolz auf das digitale Ver­fahren, „dass sich als außerordentlich leistungsfähig erweist“. Und Innenminister Herbert Reul (CDU) – für die Bezirksregierungen zuständig – lobte, „wie modern und pragmatisch unsere Landesverwaltung arbeitet“.

Auch bei der Bezirksregierung Münster gingen bis Montagmittag den Angaben zufolge etwa 30 000 Anträge ein. Die Anträge seien in der Regel schnell bearbeitet worden. Ulrich Tückmantel, Sprecher der Bezirksregierung Münster, geht davon aus, dass mindestens zwei Drittel der Anträge genehmigt worden seien.

1500 Anrufen bei der IHK seit Freitag

160 Mitarbeiter der Bezirksregierung hätten sich am Wochenende freiwillig zum Dienst gemeldet, um an drei Standorten der Bezirksregierung in Münster, Coesfeld und Herten die Antragsflut bearbeiten zu können. „Das ist wirklich wort­wörtlich Soforthilfe, was Sie hier leisten“, sagte Regierungspräsidentin Dorothee Feller an die Mitarbeiter gerichtet.

Die Bezirksregierung Münster hat zur Soforthilfe eine Hotline eingerichtet. Sie ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und Samstag und Sonntag von 8 bis 18 Uhr unter 0251/411-3400 geschaltet.

Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen stand das Telefon nicht still. Seit Freitag beantworteten 20 Mitarbeiter in der IHK-Hotline Fragen zur Soforthilfe. Darunter war auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel­. Er spricht von insgesamt 1500 Anrufen bei der IHK seit Freitag. Soloselbstständige und Unternehmer mit einigen Mitarbeitern hielten sich bei den An­rufern die Waage. „Wir hatten eine unglaubliche Bandbreite von Fragen.“

Wenig Unternehmen greifen nach Liquiditätskredit

Bei der Handwerkskammer (HWK) Münster beantworteten ebenfalls 20 Mitarbeiter am Wochenende Fragen zur Soforthilfe. HWK-Sprecher Michael Hoffmann berichtet von mehr als 500 Anrufen. Dabei ging es unter anderem um die „gesamten Fördermöglichkeiten“ oder um die Frage, in welchen betrieblichen Situationen überhaupt Soforthilfe möglich sei.

Im Vergleich zur direkten Finanzspritze greifen bislang erstaunlich wenig Unternehmen nach einem Liquiditätskredit von bis zu 250.000 Euro, den die Bürgschaftsbank des Landes zu 90 Prozent absichert. Bis Ende vergangener Woche seien 892 konkrete Anfragen bei der Bürgschaftsbank des Landes eingegangen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Dazu kämen noch 721 unkonkretere Anfragen aus NRW auf dem Portal ­„ ermoeglicher.de „, das von allen Bürgschaftsbanken betrieben wird. Zudem liegen bislang sechs Fragen für deutlich höhere Summen beim Bürgschaftsprogramm von Bund und Land in der konkreten Bearbeitung.

Polizei warnt vor Betrügern

Die Polizei warnt vor einer Fake-Seite im Internet zur ­Soforthilfe. Dort versprechen Betrüger den Antragstellern eine Soforthilfe von bis zu 30.000 Euro ohne Rückzahlung. „Nutzen Sie für Ihre Anträge ausschließlich Internetseiten offizieller Stellen wie der Bezirksregierung“, rät die Polizei.


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