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Leserbriefe

Zweierlei Maß?

Fliegerberg

Freitag, 8. November 2019 - 07:30 Uhr

von Jürgen Bietenbeck (aus Borken)

Leserbrief zum BZ-Artikel „Beweidung soll im Frühjahr starten“.

Foto: Schönherr

Dr. Sabrina Jerrentrup (5. von rechts) von der DBU und Förster Horst Böke (3. von rechts) erklären einer Gruppe von Bündnis 90/Die Grünen die Pläne für den Fliegerberg.

In Kürze wird der Borkener Stadtrat aller Wahrscheinlichkeit nach beschließen, dass für die Firma Bleker eine naturschutzgebietwürdige Fläche, auf der Zauneidechsen vorkommen, als Gewerbegebiet ausgewiesen wird, damit die Firma Bleker dort ihre Hallen erweitern kann. Hierfür sollen die dort vorkommenden Eidechsen ins benachbarte Naturschutzgebiet „Fliegerberg“ umgesiedelt werden.

In diesem Zusammenhang wurden im Winter 2018/19 an Stellen, an denen nachweislich schon Zauneidechsen leben, großflächig niedrige Sträucher entfernt und an diesen Stellen Holzstapel platziert. Es wurde dabei in Kauf genommen, dass durch diese Arbeiten sich dort eventuell im Winterschlaf unter der Erde befindliche Zauneidechsen getötet werden. Die oben erwähnte Umsiedlung soll bei diesen Holzstapeln erfolgen. Neuer Lebensraum für die umzusiedelnden Eidechsen als Ersatz für ihre alte Fläche wird also nicht geschaffen.

Andererseits soll im Frühjahr 2020 die Freifläche des Naturschutzgebietes „Fliegerberg“, auf dem diese Zauneidechsen vorkommen, unter anderem zu deren Schutz eingezäunt und der Freizeitnutzung der Borkener Bürger entzogen werden.

Diese Fläche wird schon zumindest seit 2006 als Naherholungsgebiet genutzt und war – so lange ich mich erinnern kann – nie Weideland. Trotz und vielleicht auch wegen der Freizeitnutzung ist die dort festgestellte besondere Fauna und Flora ohne irgendwelche pflegerischen Maßnahmen vorhanden.

Zusätzlich sollen als Pflegemaßnahmen dort zukünftig drei bis vier Rinder auf der eingezäunten Fläche weiden, um dort den Aufwuchs von Bäumen zu verhindern. Bevor jedoch Rinder an Bäume gehen, werden sie zuvor die Bereiche mit höherem Gras abweiden. Das ist aber wiederum der notwendige Rückzugsort der Zauneidechsen. Einerseits werden Zauneidechsen „billig“ umgesetzt, andererseits werden Unsummen ausgegeben, um Erholung suchende Bürger aus einem Gebiet fernzuhalten, das sie bereits seit rund 13 Jahren nutzen.

Hier geht‘s zum Bericht „Beweidung des Fliegerbergs soll im Frühjahr starten“.


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