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Leserbriefe

Woher soll die Energie kommen?

„Grüner“ Strom

Dienstag, 28. Juli 2020 - 09:30 Uhr

von Sabine und Ulrich Althoff (Gescher)

Leserbrief zum Bericht „Schon 71 Prozent ,grüner‘ Strom“.

Foto: Kreis Borken

Mehr als 70 Prozent des Strombedarfs im Kreis Borken werden inzwischen durch erneuerbare Energien gedeckt – den größten Anteil daran hat die Windkraft mit knapp 38 Prozent.

Landrat Zwicker, „der grüne Husar von der CDU“ und die Seinen freuen sich also, dass im Landkreis Borken bald ähnliche Verhältnisse herrschen wie im Kreis Paderborn, dem sogenannten „Outback“ von Nordrhein-Westfalen. Wer als Politiker jemals mit der Wut der Menschen in Lichtenau oder um das Kloster Dalheim auf der Paderborner Hochfläche ob der Machenschaften der Windkraftlobby konfrontiert wird, ist mit Sicherheit anschließend vorsichtiger mit öffentlichen Äußerungen pro Windkraft. Der Ausspruch des Borkener „Klimaschutzmanagers“ Rouven Boland: „Durch den Strommix werden der Schutz von Natur und Landschaft mit der Energiewende in Einklang gebracht“ kann auch als zynische Satire gedeutet werden. Wie der Schutz von Natur und Landschaft in Zeiten der einzigartigen deutschen Energiewende aussieht, kann man zurzeit im Letter Bruch im Kreis Coesfeld sehen, wo eine wunderschöne Landschaft durch den Bau von 13 Monsterwindrädern zerstört wird. Die einstmals herrliche münsterländische Parklandschaft gibt es bereits nicht mehr! Natürlich kann mit einer Schlagzeile „Schon 71 Prozent ,grüner‘ Strom“ versucht werden, die Schattenseiten der Stromerzeugung aus Windkraft-und Photovoltaikanlagen zu verdrängen. Da es aber im Stromsektor immer noch das Prinzip der nachfrageorientierten Bereitstellung gibt, muss immer wieder gefragt werden: Wann wird dieser Strom erzeugt und wann wird dieser Strom verbraucht? Wind und Sonne können Energie liefern, allerdings - und das kann niemand abstreiten - fast nie zum Zeitpunkt, an dem die Energie gebraucht wird. Da nachts auch in Deutschland die Sonne nicht scheint, im Winterhalbjahr fangen die Nächte sogar früher an und hören dafür später auf, und durch Hochdruckwetter im Winter häufig Windflauten entstehen, stellt sich die große Frage, woher dann die Energie kommen soll, die uns allen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen soll? Vielleicht aus Kohle – und Kernkraftwerken aus dem Ausland? Politiker vom Bürgermeister über Landrat bis hin zur Bundeskanzlerin können diese Frage nicht beantworten oder verweisen verschwurbelt auf zukünftige Speicherkonzepte durch Wasserstofftechnologie. Wäre eine solche Form der Energieversorgung möglich? Eventuell theoretisch, aber nur zu einem mörderischen ökonomischen und ökologischen Preis. Selbst für Deutsche in Nicht-Corona-Zeiten unbezahlbar.

Hier geht es zum Bericht „Schon 71 Prozent „grüner“ Strom“.