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Leserbriefe

Wasserwelt am alten Rathaus schaffen

Treppenpanne

Mittwoch, 28. August 2019 - 08:30 Uhr

von Angelika Märtterer (aus Gemen)

Leserbrief zum BZ-Artikel „Säulen werden wieder freigestellt“.

Foto: privat

So stellt sich Leserbrief-Schreiberin Angelika Märtterer die Gestaltung des Farb-Eingangs vor.

Als der Bauzaun fiel, stand auch ich wie angewurzelt vor dem neugestalteten Museumsgebäude meiner Stadt. Hatte man es so lange verborgen gehalten, um uns diesen Anblick zu ersparen?

Doch irgendwann mussten ja die Hüllen fallen, und da standen sie nun, wie nach einer misslungenen Schönheitsoperation, die Säulen, versunken im starren Gestein. Die Säulen und Pfeiler, eh schon eher plump, jetzt auch noch zu kurz, wie abgeschnitten, oder eben wie versunken.

Bei aller Vernunft wurde hier mein Gefühl von Harmonie empfindlich gestört. Bemerkenswert jedoch war, dass mir bei ihrem Anblick sofort Venedig einfiel, für mich noch immer die schönste Stadt der Welt. Ihre Säulen stehen jedoch erfreulicherweise im Wasser.

Nun können wir nicht so lange warten, bis die Polkappen schmelzen, um auch unser Rathaus im Wasser versinken zu lassen und den optischen Fauxpas zu übertünchen. Aber wir könnten die Säulen wieder sichtbar machen, indem wir den Stein, der sie umgibt, durch Glas ersetzen, so dass der Grundentwurf bestehen bleiben kann, der ja an sich durch seine Barrierefreiheit gut gemeint war.

Die Säulen im Bereiches des Uhrturmes, den sie begrenzen, würden so auf und in ein gläsernes Podest gestellt, einem riesigen Aquarium gleich, eines aus Panzerglas zwar, aber es ließe sich so ein gesamtes Wasser-Glas-Kunstwerk aus unserem Museumsportal machen, denn: Das Glas würde durch seine Dicke auch eine blau-grüne, transparente Färbung einnehmen und an Wasser erinnern. Wir könnten eine lebendige oder künstliche Wasserwelt darin schaffen.

So würde das neue Museum ein wirklicher Hingucker und gleichzeitig begehbares Kunstwerk. Ein Kunstwerk, das zusätzlich auf die schmelzenden Polkappen und die sterbenden Weltmeere hinweisen würde – sicherlich zur Freude unseres geplagten Planeten und auch einiger Träumer, Romantiker und Kinder, die es ja zum Glück auch noch in unserer Stadt gibt.

Sicher wäre die Umsetzung nicht ganz leicht, aber ich hätte genügend Ideen und stünde gerne entwurfstechnisch zur Verfügung. Und außerdem: Spezialisten gibt es überall – siehe die Umsetzung des deutschen Pavillons in Venedig der Biennale 2017 von Anne Imhof. Dort liefen tausende von Menschen durch das gläserne Gesamtkunstwerk.


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