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Leserbriefe

Warum hunderte Bäume fällen?

Gewerbepark

Dienstag, 17. April 2018 - 19:33 Uhr

von Birgit Sieverding (aus Borken)

Leserbrief zum BZ-Kommentar „Wald ist nicht gleich Wald“.

Foto: Lilly Schmidt

Die Fläche zwischen Dülmener Weg (links im Bild) und der Landwehr (rechts) würde die Stadtverwaltung gerne für eine Erweiterung des Gewerbegebiets nutzen. Weil ein Großteil mit Wald bewachsen ist, steht davor allerdings eine ökologische Untersuchung.

Herr Kauffelt, um in Ihrer Verniedlichung Ihres Sprachgebrauchs in Ihrem Kommentar zu bleiben, steht das „Große Wäldchen“ in enger Kommunikation mit dem „kleinen Wäldchen“ und das „Große Wäldchen“ wäre sicherlich sehr traurig, wenn dass „Kleine Wäldchen“ abgeholzt würde – und würde es schmerzlich empfinden, so als würde ihm ein Ärmchen oder Beinchen abgehackt werden.

Bitte fahren Sie nicht nur über die Landwehr, um das „Kleine Wäldchen“ als ein weiteres kleines „Fichtenwäldchen“ einzustufen. Gehen Sie in das „Kleine Wäldchen“ und erkennen gerade im hinteren Bereich die nicht wenigen Laubbäume wie Eiche und Buche, die sicherlich an die oder vermutlich auch mehr als 100 Jahre alt sind. Diese Struktur des „Wäldchens“ ist auch vom Dülmener Weg her sehr gut zu erkennen. Handelt es sich dann doch wohl eher um ein kleines „Mischwäldchen“?

Die Verantwortlichen der Stadt Borken setzen gerade eines ihrer Lieblingsprojekte um – die gestalterische Verbindung vom alten zum neuen Rathaus.

Warum nicht einen „Grünen Leitfaden“ planen? Die Verbindung vom Stadtpark zum Naturschutzgebiet mit hohem Erholungspotenzial?

Der Dülmener Weg ist für die Bürger die letzte verbliebene Verbindung, von der Stadt aus das Naturschutzgebiet zu erreichen, ohne ein Gewerbe- oder Industriegebiet passieren zu müssen. Warum hat die Stadt Borken am Dülmener Weg den Waldfriedhof als letzte Ruhestätte angesiedelt und plant derzeit die Erweiterung zur letzten Ruhe als Urnenbestattung an Bäumen im angrenzenden Wald, wenn jetzt bis auf wenige Meter der Gewerbeparks herangezogen werden soll? Was würde das für den Waldfriedhof bedeuten? Sicherlich mehr Verkehr und Lärm.

Warum nicht erst die ökologisch einfacheren Varianten, wie von Gutachter Michael Ahn beschrieben, umsetzen? Neuausweisungen sähe er eher im östlichen Bereich von Weseke. Es gibt bereits jetzt erste fachlich fundierte Erkenntnisse, dass es in etwa acht bis zehn Jahren zu Leerständen in Gewerbegebieten kommen wird aufgrund von Fachkräftemangel und Problemen bei der Firmennachfolge.

Warum dann jetzt hunderte von Bäume fällen bei scheinbar besser ökologisch geeigneten Flächen und einer derartigen Zukunftsprognose? Plant unsere Stadt bei dieser Erweiterung wirklich vorausschauend?


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