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Leserbriefe

„Vorschlag nicht so leichtfertig unter den Teppich kehren“

Straßennamen

Freitag, 26. April 2019 - 12:39 Uhr

von Reinhard G. Nießing (aus Raesfeld)

Leserbrief zur BZ-Berichterstattung über neue Straßennamen im Raesfelder Neubaugebiet Stockbreede.

Foto: BZ-Archiv

Für die Erweiterung des Gewerbegebiets Raesfeld-Nord muss eine neue Straße gebaut und benannt werden.

Zweifellos beruhen alle drei Namensvorschläge für eine Straßenwidmung im Neubaugebiet an der Stockbreede auf verdienten Persönlichkeiten aus der Raesfelder Historie. Gut finde ich auch, dass der Raesfelder Heimatverein wieder zu Rate gezogen wurde.

Nicht so gut finde ich es, dass ein konkreter, schriftlich eingebrachter Namensvorschlag meinerseits es offensichtlich nicht einmal geschafft hat, diskutiert, geschweige denn zur Abstimmung gestellt zu werden. Der Schutzpatron unserer katholischen Kirchengemeinde St. Martin hätte es mit Verlaub allemal verdient, nicht so leichtfertig unter den Teppich gekehrt zu werden. Zumal allen anderen örtlichen Kirchenheiligen diese Ehre längst zuteil wurde — namentlich: Silvesterstraße in Erle, St.-Sebastian (Schlosskapelle) und Lukasweg (evangelische Kirchengemeinde).

Warum nicht, wie vorgeschlagen, eine St.-Martin-Straße, einen St.-Martinring oder eine Martinistraße? Nach den Gebrüdern Becker wurde bereits die Leinenweberstraße benannt, die Schlossgeschichte weitgehend berücksichtigt, siehe Alexanderstraße, Burg-, Ritter-, und Grafenstraße. Und einen namensbezogenen Roringshook und Roringskamp gibt es bereits im Doppelpack. „Brömmelskamp“ wäre mal etwas Neues und auch eine denkbare Alternative. Und als historische Flurnamen kämen noch ein Dutzend anderer in Frage, wie dem Urkataster zu entnehmen ist.

Ein „das-haben wir-immer-schon-so-durchgezogen“ ist heutzutage nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Stellt doch einfach den neuen Anliegern mehrere Namenvorschläge — oder gar innerhalb der Gemeinde zwecks Auswahl und Abstimmung — vor. Das wäre doch mal auf kommunalpolitischer Ebene ein kleiner Beitrag für einen offenen wie transparenten Bürgerentscheid, in einer stark schwarz-verkrusteten politischen Landschaft und Ausdruck eines basisorientierten Entgegenkommens. Nach der Kommunalwahl 2020 werden wir uns ohnehin wohl daran gewöhnen müssen, vermehrt bürgernahe Entscheidungen herbeizuführen, Stichwort: „Dorfentwicklung“. Vielleicht kommt dann endlich etwas mehr basisdemokratischer, frischer Wind in die Bude?


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