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Leserbriefe

„Verkennung der Wissenschaft ist Verkennung von Logik und Verstand“

Klimadebatte

Mittwoch, 24. Juli 2019 - 09:35 Uhr

von Fabian Nienhaus (aus Borken)

Leserbrief zum Leserbrief von Althoff/Kolditz.

Foto: RWE

Das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk Europas in Neurath gehört der RWE. An dem Stromriesen hält der Kreis Borken rund 318.000 Aktien. Das sind 0,05 Prozent. Während die Grünen die Aktien am liebsten verkaufen würden, plante die CDU, mit der RWE-Dividende die Klimaarbeit im Kreis zu finanzieren. Jetzt bleibt aber vorerst alles beim Alten.

Die Behauptung, es gebe keinen wissenschaftlichen Konsens über den Sinn von Klimaschutzmaßnahmen, lässt sich nicht bestätigen. In einer Metaanalyse des Physikers John Cook wurden 11.944 wissenschaftliche Abhandlungen über den Klimawandel überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass 97 Prozent der Studien, die sich mit der Ursache des Klimawandels beschäftigen, das Gleiche aussagen: Der existente Klimawandel ist menschengemacht. Über die Realität des menschengemachten Klimawandels lässt sich also nicht diskutieren, denn die Verkennung der Wissenschaft ist Verkennung von Logik und Verstand.

Zu den Forderungen von „Fridays for Future“ kann gesagt sein, dass das ESYS-Projekt der im Leserbrief genannten Institute technische und ökonomische Strategien entwickeln, um den deutschen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel beziehungsweise die Klimaneutralität 2050 zu erreichen. Diese Exzellenzinstitute stellen fest, dass mit dem Kohleausstieg, besserer Energieeffizienz und einer CO2-Steuer ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht werden kann. Die Forderungen decken sich mit denen der jungen Aktivisten. Die Behauptung, der Wandel zu den Erneuerbaren Energien sei technisch nicht möglich, kann hiermit also verneint werden und stellt nebenbei auch ein Absprechen der Kompetenzen deutscher Ingenieure dar. Zusätzlich haben die „Scientist for Future“ mit mehr als 26.8000 Wissenschaftlern die Forderungen der „Fridays for Future “-Bewegung unterstützt.

Dass der Klimanotstand im Kreis nicht realisiert wird, ist angesichts der Notwendigkeit für ökologische Impulse für die Bürger und Firmen des Kreises bedauerlich. Allein die Feinstaubwerte in Borken-Gemen, die laut Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz mitunter die höchsten in NRW sind, weisen auf diese Notwendigkeit hin.

Im erwähnten Redebeitrag hat der AfD-Abgeordnete Alfred Heitmann die Existenz des menschengemachten Klimawandels dementiert. Angesichts dieser Verantwortungslosigkeit, die der Abgeordnete meines Erachtens gegenüber den zukünftigen Generationen und der gesamten Welt zeigte, ist die Bekundung der eigenen Empörung seitens der „jungen Leute“ mehr als gerechtfertigt, denn immerhin geht es um das Fortbestehen einer geregelten Gesellschaft und das Leben unserer Kinder – und das ist die bittere Realität.

Hier geht‘s zum Leserbrief von Althoff/Kolditz.


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