LeserbriefeFREI

Tiere einpferchen ist unanständig

Landwirtschaft

Dienstag, 21. September 2021 - 11:30 Uhr

von Johannes Küper (Schöppingen)

Leserbrief zum Artikel „Zwei Stunden Frustabbau Bauernverband hatte Bundestagskandidaten zu Gast“.

Foto: Josef Barnekamp

Stellten sich den Fragen der Landwirte (vorne von links): Karlheinz Busen (FDP), Nadine Heselhaus (SPD), Anne König (CDU) und Bernhard Lammersmann (Grüne). Dahinter (von links) die Gastgeber und Organisatoren Michael Werlemann, Henrika Werlemann-Greving, Frank Kisfeld (LSV) und Ludger Schulze Beiering (WLV).

Dass manche Menschen infolge ihres Studiums in vielen Lebens-und Geschäftsbereichen zum Teil hervorragende Leistungen erbringen, ist mir schon länger bekannt. Dass Karlheinz Busen (FDP) offenbar sogar mit Tieren reden und sie verstehen kann, ist mir allerdings neu. Oder woher nimmt Herr Busen die Erkenntnis, dass es dem Tier egal ist, ob da zehn oder 1000 stehen?

So hat er es ja wohl als Bundestagsabgeordneter und Ausschussmitglied für Ernährung und Landwirtschaft in der Diskussion mit Landwirten und Kandidaten des Wahlkreises 126 (Borken II) in Ahaus-Wüllen erklärt. Das muss man als Politiker bei solchen Treffen vor Interessen-und Berufsverbänden wohl sagen, um nicht ausgebuht zu werden. Eine Massentierhaltung gibt es für ihn also auch nicht.

Schrecklich, diese Ansicht. Nur um ein Gefühl für eine derartige Häufung von Lebewesen zu bekommen, empfehle ich ihm, eine Zeitlang mal sein sicher fein eingerichtetes Büro in Berlin und zu Hause gegen ein Großraumbüro in der Verwaltung oder Privatwirtschaft zu tauschen. Es ist unanständig, die von uns völlig abhängigen Tiere so einzupferchen und vegetieren zu lassen. Ich glaube, dass die meisten Bauern auch ähnlich denken, aus wirtschaftlichen Gründen aber so handeln. Es ist an uns Verbrauchern, weniger Fleisch zu konsumieren, und an den Politikern, bundes- und europaweit andere Rahmenbedingungen in der Tierhaltung, beim Transport, und beim Töten zu schaffen. Daran messe ich Herrn Busen und seine Kollegen.