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Leserbriefe

Mehr aktive Demokratie

Kreisverkehr

Montag, 16. September 2019 - 08:33 Uhr

von Frank Terwey (aus Borken)

Leserbrief zum BZ Thema der Woche: Kreisverkehr.

Der Kreisverkehr an der Heidener Straße.

„Demokratie ist lustig“ heißt es in einem Zitat und einer Arbeit von Joseph Beuys aus dem Jahr 1973. Weniger lustig ist momentan die Diskussion um den Kreisverkehr an der Heidener Straße. Im Netz wird dieses Thema in unterschiedlichen Foren zum Teil scharf diskutiert.

Der Konsens ist aber fast immer: mehr Bürgerbeteiligung. Nun ist aber genau dieses der Grund für das Dilemma.

Demokratie wird von Menschen gestaltet, die aktiv an ihr teilhaben. Demokratie ist ein Mitmachspiel. Leider haben an dem demokratischen Prozess zur Gestaltung des Kreisels nur wenige Bürger teilgenommen. Ist das aber ein Grund, das alles infrage zu stellen? Auch ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Auch ich habe nicht an der Ausschreibung und am Entscheidungsprozess teilgenommen. Auch ich habe in meinem Leserbrief vom 5. Juli Kritik am „Gewinnerbeitrag“ geäußert (aus formalen und inhaltlichen Gründen) aber immerhin den demokratischen Diskurs gewürdigt.

Wie lange und wie oft soll jetzt abgestimmt werden? Ein Ergebnis, das alle befriedigt, wird es nicht geben, und ist Demokratie nicht auch die Akzeptantz von anderer Meinung und von legitimierten Mehrheiten?

Sollten wir nicht die Entscheidung der 95 Bürger, die sich die Zeit genommen haben, aktv ihre Stadt mitzugestalten, respektieren?

Wo es hinführt, Wahlen und demokratisch getroffene Prozesse immer wieder infrage zu stellen, sieht man momentan (nicht) schön an der „never ending story“ in England. Und so müssen wir uns die Frage stellen: Wollen wir einen „Krexit“ in Borken mit immer neuen peinlichen Auswüchsen, die letztendlich den Populisten im Lande Vorschub leisten, oder ziehen wir daraus unsere Konsequenzen und Lehren und kümmern uns demnächst im Vorfeld besser um unsere Stadt, damit so etwas nicht wieder passiert.

Ich denke, mehr aktive Demokratie stünde uns gut zu Gesicht.

Ulrich Kranenburg 16.09.201911:39 Uhr

Die "Repräsentative Demokratie" täuscht eine "Partizipatorische
Demokratie" vor, wird sich der Bedeutung von "Demos" und "kratein" bewusst und präsentiert letztlich wieder eine "Demokratie
ohne Demokratie".
Auf der Strecke bleibt der demoralisierte Bürger.


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