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Leserbriefe

„Lasst uns gemeinsam der lokalen Politik die Stirn bieten“

Gewerbeflächen

Donnerstag, 18. April 2019 - 09:33 Uhr

von Claudia Breitkopf (aus Raesfeld)

Leserbrief zum Bericht „Gewerbepark vor Grenzüberschreitung“.

Foto: Berger

Die Fläche rechts vom Zaun soll künftig zum Gewerbepark gehören. Deswegen will die Stadt den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan ändern. Gutachter haben in dem Gebiet jedoch seltene Tierarten nachgewiesen.

Der naturliebende Leser der Tagespresse hat sich ja leider fast schon daran gewöhnt, dass Trauer und Wut bei der Lektüre von Nachrichten zu seinem ständigen Begleiter werden: Vergiftete Greifvögel, Rufe nach einem Abschuss von zugewanderten Wölfen, verendete Wale mit Unmengen an Plastik in ihren Mägen seien hier nur beispielhaft erwähnt.

Dass aber mal wieder unsere gewählten Gemeindevertreter der Stadt Borken allen inzwischen doch unstrittigen Erkenntnissen über die Folgen des zunehmenden Artensterbens und Flächenverbrauches zum Trotz ein Bauvorhaben auf einem Fleckchen Natur anstreben, das heutzutage Seltenheitscharakter hat, treibt auch mich dazu, die Feder in die Hand zu nehmen und meinem Unmut kundzutun. Es geht bei diesem Vorhaben nicht ausschließlich um den Schutz von selten gewordenen Reptilien- und Vogelarten. Mit der geplanten Vernichtung eines im Kreis Borken in seiner Art einzigartigen Komplexes aus Magerrasen, Heiderelikten und lichten Wäldern soll ein weiteres Stück der traditionellen Sandlandschaft des Westmünsterlandes der Asphalt- und Betonöde eines Gewerbegebietes zum Opfer fallen.

Ein selten gewordenes Kleinod für gefährdete Pflanzen und Tiere, aber auch ein begehrtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung.

Ich hoffe sehr, dass Bürger, Naturschutzverbände, grüne Politiker und alle Menschen mit Herz und Verstand gegen dieses Ansinnen Sturm laufen werden. Lasst uns gemeinsam der lokalen Politik die Stirn bieten. Ratsentscheidungen dürfen nicht gegen den mehrheitlichen Willen der Bürger durchgedrückt werden. Ja, es geht um den Lebensraum und den Schutz der Zauneidechse – aber es geht auch um den Erhalt eines wertvollen Stücks Natur für uns und unsere Nachkommen.


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