Leserbriefe

Keine Trendwende bei den Corona-Infektionszahlen

Corona-Pandemie

Dienstag, 17. November 2020 - 09:30 Uhr

von Heiner Wendering (Gemen)

Leserbrief zur BZ-Berichterstattung zur Entwicklung der Corona-Infektionszahlen.

Foto: BZ-Archiv

+++Symbolbild+++

Discounter-Ketten haben regelmäßig Nonfood-Ware im Sortiment. Meist werden diese den Verbrauchern in Prospekten am Wochenende im Hausbriefkasten präsentiert. Am folgenden Montag oder Donnerstag folgt dann der große „Run“ auf die Filialen, um eines dieser Schnäppchen abzugreifen.

Dann, wenn der Discounter öffnet, werden einige Corona-Verhaltensregeln von den Schnäppchenjägern außer Kraft gesetzt. Menschen stehen eng zusammen an den Aktionsboxen, unterhalten sich über Qualität und Design, ja es wird sogar telefoniert, weil die georderte Aktionsware nicht in dem gewünschten Maß und der Farbe vorhanden ist. So ist es nun einmal. Der gerade ergatterte Platz an der Sonne wird nicht so schnell aufgegeben und standhaft verteidigt.

Abstand und Hygieneregeln, täglich in allen Medien publiziert, werden nicht ernstgenommen. Mahnungen und Erklärungen zwecklos. Sind vergeudete Zeit, weil Menschen nur das hören, was sie hören wollen. Die zweite Welle der Corona-Pandemie in Deutschland zeigt sich:

Trotz „Lockdown light“ ist keine Trendwende in Sicht. Wie auch, falls sich nicht auch das Verhalten an den Aktionstischen der Discounter ändert? Oder sollten andere Maßnahmen ergriffen werden?

Restaurants, Kneipen, Theater und Sporthallen sind geschlossen. Jeder versucht, seine täglichen Kontakte zu beschränken, um die Pandemie einzudämmen. Aber wie wäre es, wenn das dringend benötigte Hunde-Zahnpflegespielzeug, der Akku-Lötkolben oder die nicht nachhaltige Weihnachtsbeleuchtung aus den Discountern verschwände, würde das eine Massenpanik auslösen? Was für ein zynischer PR-Unfug.

Ein vorübergehender Wegfall dieser Aktionen und Angebote wäre – egal, wie man sich verbiegt – auch keine Verletzung des Verbraucherschutzes, sondern (womöglich) sinnvoll, um Leute aus den Läden fernzuhalten, um Kontakte zu reduzieren.

„Gemeinsam meistern wir diese Ausnahmesituation mit Vernunft und Besonnenheit“, steht in den großformatigen Anzeigen der Discounter-Ketten.

Einigen wir uns vielleicht auf: „Vernunft, Besonnenheit und Hammerpreisen“.