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Leserbriefe

Interessen der Region vertreten

Zwischenlager Ahaus

Mittwoch, 12. September 2018 - 09:05 Uhr

von Prof. Dr. Martin Klein und Klaus Schonnebeck (aus Gescher)

Leserbrief zum Leserbrief „NRW ist nicht die Abfalldeponie“.

Foto: Markus Gehring

Zum Brennelemente-Zwischenlager sind weitere Atommüll-Transporte geplant.

Was ist wirklich wichtig für ein gutes Leben? Naheliegende Antworten: Familie, Gesundheit, Umwelt. So weit, so gut. Wir leben in einem Land, in dem – sicher auch durch den wissenschaftlichen Fortschritt – gute Lebensbedingungen zu finden sind.

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Was ist aber, wenn das gute Leben gefährdet werden könnte? Naheliegende Antwort: Die Gefährdung bekämpfen. Das steht nun an. Der Forschungsreaktor, den die Technische Universität München betreibt, hat bald kein Platz mehr für die alten Brennstäbe. Statt vor Ort nach Lösungen zu suchen, gibt es nun eine andere Idee. Diese außergewöhnliche Gefahr wird weit weg geschickt. – zu uns in das Münsterland nach Ahaus. Eine „Abreicherung“ – eine Art Entschärfung – ist jedoch nicht geplant. Anders als in den meisten Kernkraftwerken ist das Uran dieses Forschungsreaktors hoch angereichert und damit waffenfähig. Das Zwischenlager Ahaus ist dafür aber nicht ausgelegt. Gutachten belegen das. Derzeit finden dort Nachrüstungen zum Schutz vor Störmaßnahmen oder sonstigen Einwirkungen Dritter (z. B. Terroristen) statt. Die Genehmigung für das Zwischenlager mit bisher 329 Castorbehältern läuft aber eigentlich Ende 2036 aus. Mit diesen aktuellen Entwicklungen wäre es keine Überraschung, wenn das Zwischenlager langfristig zu einem Endlager werden könnte. Eine Alternative ist nicht in Sicht.

Wenn nicht jetzt, wann dann sollte es im Kreis Borken eine parteiübergreifende Initiative gegen diese Entwicklungen geben? Die zuständigen Bundesminister und -ministerinnen für Gesundheit (Jens Spahn, CDU), Umwelt (Svenja Schulze, SPD) und Wissenschaft (Anja Karliczek, CDU) kommen zufälligerweise alle aus dem Münsterland. Wir sollten sie einladen und ihnen unmissverständlich mitteilen, dass nicht nur die bayerischen Abgeordneten gewählt wurden, um die Interessen ihrer Region zu vertreten. Wir sollten uns – gemeinsam mit den anderen Kommunen im Münsterland – dafür einsetzen, dass diese Gefahr im kommenden Jahr nicht quer durch die Republik geschickt und dann bei uns gelagert wird. Wir werden uns später vor unseren Kindern und Enkeln rechtfertigen müssen, wenn irgendwann einmal gesagt wird: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“. Wir sollten es wenigstens versuchen.


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