Leserbriefe

Hohe Kosten für Krankenkassen

Notarzteinsätze

Samstag, 26. September 2020 - 12:30 Uhr

von Marion Weber (Weber Krankenbeförderung Ahaus)

Leserbrief zu: „Weniger Einsätze für Notärzte“.

Foto: Richard Schramm

Die Zahl der Notarzteinsätze im Kreis Borken ist zurückgegangen.

Es ist erfreulich, dass durch die Gesetzesnovelle die Einsätze der Notärzte seit 2017 deutlich abgenommen haben. Dass die Rettungswagen häufiger zum Einsatz kamen, lässt sich durch mehr Mobilität erklären. Woher kommt jedoch die starke Erhöhung der Einsatzzahlen für den Krankentransportwagen?

Seit über 25 Jahren sind wir im nichtqualifizierten Liegendtransport tätig. Wir befördern Menschen, die nicht mehr in der Lage sind sitzend gefahren zu werden. Qualifizierte Kräfte, wie Rettungsassistenten, sind hier nicht erforderlich. Durch unsere Tätigkeit steht der Rettungs- und Krankenwagen für professionelle Einsätze bereit. Die Kostenträger, in der Regel Krankenkassen, sparen hier etwa ein Drittel der Transportkosten. Durch den demografischen Wandel und besserer medizinischer Versorgung steigen die Fahraufträge seit Jahren. Eine win-win Situation. Doch was machen die Krankenkassen? Sie übernehmen lieber die hohen Kosten des qualifizierten Transports und der Kreis Borken schafft einen neuen Krankenwagen an, anstatt hier auf eine gute Alternative zu bauen. Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass die Taxi- und Mietwagenunternehmen nach und nach diesen Geschäftszweig aufgeben. Ist das der Grund, warum die Einsätze des qualifizierten Krankenwagens stetig steigen? Wundern Sie sich also nicht, wenn der Krankenwagen nicht zeitnah zum Einsatz kommen kann. Der Krankenwagen befördert gerade eine Person, die eine Liegendfahrt, jedoch kein qualifiziertes Personal, benötigt. Es geht um die Beiträge der Versicherten und bestmögliche Versorgung. Wir sollten drüber nachdenken…..“

Hier geht es zum Bericht „Weniger Einsätze für Notärzte im Kreis Borken“.