LeserbriefeFREI

Gemeinde sollte langfristiges Konzept entwickeln

Gewerbe

Dienstag, 20. April 2021 - 09:30 Uhr

von Heinrich Zorenböhmer und Jana Kaulfürst-Zorenböhmer (Bahnhof Reken)

Leserbrief zum BZ-Artikel „AS Drives benötigt Fläche für Erweiterung“.

Foto: Schulze

Die Rekener Firma AS Drives & Services wächst seit vielen Jahren und benötigt neue Fläche.

Welchen Charakter will man dem Ortsteil Bahnhof Reken für die Zukunft geben?

In dem Zeitungsartikel vom 14. April stellt die Firma AS Drives ihre Planungen vor, sich zu vergrößern. Die dafür vorgesehene Fläche liegt nah am Ortskern von Reken Bahnhof. Es sollen zunächst drei Hallen mit insgesamt rund 3000 Quadratmetern auf dem Gelände gebaut werden. In einem weiteren Schritt könnten noch einmal 3000 Quadratmeter hinzukommen, heißt es in dem Artikel. Dabei werde eine Firsthöhe von zirka sieben Metern nicht überschritten. Jedoch weist der Entwurf des Bebauungsplanes für diese Fläche eine maximale Bebauungshöhe von 16 Metern aus.

Laut Planung sind für Bahnhof Reken außerdem weitere Gewerbeflächen jenseits der Bahnlinie vorgesehen. Wenn man nach den Lageplänen geht, scheint künftig die Gesamtfläche, die für Gewerbe und Industrie ausgewiesen ist, genauso groß zu sein wie die gesamte Wohnbebauung unseres Ortsteiles.

In Anbetracht dieser Planungen muss man sich fragen: Wollen wir ein Dorf mit ländlichem Charakter sein oder zu einem Gewerbegebiet mit Betonklötzen mutieren? Natürlich bin ich als direkter Anlieger voreingenommen.

Neben den persönlichen Einschränkungen, die meine Familie und ich hinnehmen müssten, stört mich, dass kein schlüssiges Konzept bei der Planung der Flächennutzung unserer Gemeinde erkennbar ist.

Die Wohnbebauung entfernt sich zunehmend von unserem Ortskern, dafür soll die gewerblich-industrielle Bebauung in die unmittelbare Nähe rücken.

Ein Dienstleistungspark mit Augenarzt und Kindergarten wurde ohne Anbindung an den Ort auf die grüne Wiese gesetzt. Ich habe den Eindruck, dass die Interessen der Unternehmen im Verhältnis zu den Bedürfnissen der hier lebenden Bürger deutlich im Vordergrund stehen.

Die Gemeinde Reken mit ihren knapp 15.000 Einwohnern sollte ein vom Großteil der Bürger getragenes und auch langfristig gedachtes, transparentes Konzept entwickeln.