LeserbriefeFREI

„Ein nicht hinnehmbarer Verlust“

Ortskern Weseke

Donnerstag, 25. November 2021 - 10:30 Uhr

von Bernd Späker (Weseke)

Leserbrief zu „Weseker sorgen sich um ihre Dorfmitte“.

Foto: Schmidt

Das Gasthaus Tesing schließt zum Jahresende. In der Hauptstraße wird es zunehmend leerer.

Wenn ich es richtig deute, gehört Weseke zur Stadt Borken. So steht es zumindest auf dem Ortseingangsschild.

In den 70er Jahren machte ein Schaufensterbummel noch richtig Spaß. Alles war da! Seitdem ist das Aussterben des Weseker Ortskerns ein schleichender Prozess, welchem nicht entgegengesteuert wurde. Während in Borken zig Millionen verballert werden (zu welchem sinnhaften Zweck eigentlich?), wird in Weseke jeder Quadratmeter des Ortskerns mit Mietwohnungen zugepflastert. Und 100 Meter weiter mit bombastischen Mietobjekten bebaut. Der Ortskern stirbt, aber das Gewerbegebiet wurde zur blühenden, steuereinnahmeträchtigen Landschaft. Andere, nicht eingemeindete Orte im Kreisgebiet sind attraktiver und stehen besser da. Dort blühen die Ortskerne und die Geschäfte florieren.

Aber das nur wertneutral am Rande.

In jüngster Vergangenheit geschah wieder ein nicht hinnehmbarer Verlust. Sehenden Auges entfleuchte die Post/DHL zur Avia-Tankstelle. Das sollten unsere Stadtmütter und -väter eigentlich wissen und gegensteuern: Ein Dienstleistungsbetrieb wie die Post gehört zwingend in den Ortskern. Halt so wie die Apotheke.

Wer in der Meehe wohnt, muss jetzt 1,5 Kilometer Weg zur Post zurücklegen. Menschen mit Behinderungen haben es da schwer. Einigen ist es nicht möglich.

Andere nehmen notgedrungen das Auto und blasen noch mehr CO2 in die Atmosphäre. Ein absoluter Negativ-Beitrag in Sachen Umweltschutz. Hätten unsere Stadtmütter- Väter das nicht verhindern können? Diesen Vorwurf müssen sie hinnehmen.

Im BZ-Beitrag finden sich gute Ansätze von Weseker Bürgern und Bürgerinnen, um den Ortskern wieder attraktiver zu gestalten.

Ich hätte auch eine Idee für ein Ladenlokal, mitten im Ort in einer „Kunsthalle“, was auch immer das ist. Von daher schließe ich mit den Worten von Karl Lagerfeld: Ist das Kunst, oder kann das weg.