LeserbriefeFREI

„Die Allee hat nicht die Schuld“

Verkehrssicherheit

Samstag, 8. Januar 2022 - 11:30 Uhr

von Michael Kleerbaum (Erle)

Leserbrief zum Bericht „Mehr Unfälle auf der Rhader Straße“.

Foto: Rentel

Auf der Rhader Straße hat es im Jahr 2021 mehr Unfälle gegeben als in den Vorjahren.

Es hat doch nicht die wunderschöne Allee der Rhader Straße die Schuld an den teils schrecklichen Verkehrsunfällen, sondern die Unaufmerksamkeit einiger Verkehrsteilnehmer und deren Unvermögen, sich in einer Allee vorausschauend zu verhalten und mit Sinn und Verstand in oder aus einer Allee ein- oder auszufahren. Ich habe das noch in der Fahrschule gelernt. Aber wie oft sieht man, dass Autofahrer beim Einbiegen in die Allee bis an die weiße Fahrbahnbegrenzungslinie fahren und erst dann nach rechts und links schauen – und dann natürlich nur Rinde sehen. Dann wird sich auf gut Glück auf die Straße vorgetastet, und schon ist die Gefahr da. Was jeder Erler kennt: Einfach frühzeitig nach links und rechts schauen, ein paar Meter vor der Baumreihe stehen bleiben und nochmal schauen, und man kann den Verkehr auf beiden Fahrstreifen problemlos erkennen. Dazu ist vielen auswärtigen Autofahrern auch das Limit von Tempo 70 egal. Vor allem ortsunkundige Verkehrsteilnehmer, die das Restaurant oder den Gutshof besuchen möchten und die Einfahrten verpassen, reagieren häufig mit einem schweren Fuß auf dem Bremspedal. Und landwirtschaftlicher Verkehr gehört zum Landleben dazu. Dann muss man sich gedulden, bis der Schlepper von der Straße abgebogen ist und nicht so lange Schlangenlinien fahren, um die winzigste Überholmöglichkeit ausnutzen zu können. Alles Situationen, die ortskundigen Autofahren sicher bekannt sein dürften, vor allem in der Spargelzeit oder am Wochenende. Wenn jeder Verkehrsteilnehmer, und da schließe ich Motorradfahrer und Rennradfahrer mit ein, sich in und an einer Allee vorausschauend verhalten würden, gäbe es mit Sicherheit weniger Unfälle mit Sach- und Personenschäden. So wichtig der Individualverkehr auf dem Land ist, man darf die Schönheit der Natur nicht allem unterordnen, wenn es mit ein bisschen mehr vorausschauendem Fahren besser geht.

Alleen gehören in unsere wunderschöne Parklandschaft im Westmünsterland, und der Allee an der Rhader Straße fehlen schon stattliche Bäume genug. Ein stationärer Blitzer zwischen Restaurant und Gutshof, Tempo 50 zwischen Baklo und Werlo und Stoppschilder mit Abstand zu den Bäumen wären zumindest diskutabel, wenn man über Unfallverhütung nachdenkt.

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