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Leserbriefe

„Der Lösungsansatz der Kommune ist eine Unverschämtheit“

Gelbe Tonnen

Donnerstag, 28. Mai 2020 - 09:30 Uhr

von Thomas Schmitz (aus Raesfeld)

Leserbrief zum Bericht „Gemeinde will gelbe Tonnen nicht öfter leeren lassen“.

Foto: BZ-Archiv

Die gelben Tonnen werden in Raesfeld derzeit in einem vierwöchigen Rhythmus geleert.

Da entlarvt sich wenige Monate vor der Kommunalwahl die wahre Politikerarbeitsweise. Auf einen politischen Beschluss, der zweifelsohne auf mäßiger Faktenbasis fußte, folgt das Ausbaden durch die Bevölkerung. Wäre man während der Planungsphase offenen Auges durch die Straßen der Gemeinde gelaufen, dann hätte man unschwer bemerken müssen, dass die zur Abholung bereitgelegten Mengen an gelben Säcken mehrheitlich nie und nimmer ihren Platz in einer (!) gelben 240-Liter-Tonne würden finden können, sofern der Abholrhythmus dabei halbiert und auf vierwöchentlich umgestellt wird. Dies ist auch nicht, wie von der Veraltung angeführt wird, ein „Corona-Phänomen“. Bereits bei den Abholungen im Januar und Februar standen an zahlreichen Straßen zusätzlich (!) zur neuen gelben Tonne noch gelbe Säcke; schlicht weil es nicht reichte.

Dass bis dato „nur“ 180 Zweit-Tonnen geordert wurden, hat kaum Aussagekraft. Konnte man vorher noch die gelben Säcke im Keller oder der Garage aufbewahren, so muss die gelbe Tonne ja aus Gründen des Handlings verkehrsgünstiger platziert werden. Das klappte schon mit der Erst-Tonne häufig nur mit Aufwand, wie soll man da dann plötzlich zwei Tonnen unterbringen?! Auch mir wurde vom Rathaus dieser „Lösungsvorschlag“ gemacht, aber das geht baulich einfach nicht.

Allerdings ist der zweite „Lösungsansatz“ der Kommune, das selbstständige Verbringen von Mehr-Müll zum Wertstoffhof, schlicht eine Unverschämtheit.

Kurze Nachhilfe: Bei jedem Kauf eines Grüner-Punkt-Produktes zahlt der Verbraucher einen anteiligen Satz für die Entsorgung mit. Das meint die Entsorgung ab Haustür und nicht die zusätzliche Verbringung des Mülls durch den Verbraucher. Dabei würde der Bürger letztlich die Entsorgung nicht (überflüssigerweise) selbst durchführen, sondern dadurch, aufgrund seines Aufwandes, auch noch quasi doppelt bezahlen. Was bitte ist das denn für eine politische Doppelmoral? Erst falsche Entscheidungen treffen und dann den Bürger zur Lösung des Problems quasi doppelt zur Kasse zu bitten!?

Schließlich der Hinweis, dass sich die Firma Logermann bestimmt auf eine Nachverhandlung einlassen würde, wenn argumentativ zur Sache gegangen wird. So ist zu beobachten, wie schwer es offenbar ist, den Müll aus der Tonne auch „richtig“ ins Müllfahrzeug zu bekommen. Da ist qualitativ noch viel Luft nach oben.

Hier geht es zum Bericht „Gemeinde will gelbe Tonnen nicht öfter leeren lassen“.