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Leserbriefe

Bürger müssen mitgestalten können

Remigius-Grundschule

Dienstag, 12. Februar 2019 - 11:18 Uhr

von Ulrich Kranenburg (aus Burlo)

Leserbrief zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der Remigius-Grundschule.

Foto: Kauffelt

Ein Entwurf Remigiusschul-Neubaus.

Die Selbstwirksamkeitserfahrung von Eltern und Schülern, also die Chance gehabt zu haben, selbst etwas zu bewirken und im Vorfeld gefragt zu werden, sollte in der Kommune mittlerweile zur Realität des Alltags gehören. Gerade auch in Zeiten, in denen der Bürger sich in Bürgerversammlungen nur noch symbolisch benutzt sieht.

Schon ein kurzer Blick in die Presse, auch beim Thema Schulneubau, lässt den Leser aber in der Erkenntnis zurück, dass sich das Gegenteil sehr solide institutionalisiert hat. Die Rolle des Bürgers reduziert sich wieder einmal auf die Entgegennahme dessen, was Verwaltung und Politik eruiert haben, wohl wissend, dass nur eine lange im Vorfeld geplante Zielgruppenansprache zu einem guten Ergebnis führt. In dem Bemühen der Aufrechterhaltung des unendlichen Wachstums in einer endlich großen Stadt, wundert es den Bürger auch nicht, dass der alternativlose Standort mit seiner Endlichkeit des Raums durch einen Parkplatz Zugriff nimmt auf einen Ort, den Bürger als Zeugnis der Endlichkeit des Seins wähnten.

Zu wünschen ist jetzt eine Bürgerschaft, die sich mit den gegebenen Zuständen nicht weiter zufrieden gibt. Die jetzt, in der bei der Planung von „LernZeiTRäumen“ entscheidenden Phase Null, also vor den eigentlichen Planungsphasen, den Anspruch geltend macht, mitreden zu wollen.

Nur wenn alle am Schulbau beteiligten Gruppen – Architektur, Fachplaner, Pädagogik, Politik, Verwaltung, aber eben auch die Zielgruppe – in dieser frühen Phase zusammenarbeiten, kann eine belastbare Grundlage für ein erfolgreiches Projekt entstehen. Auf dem Spielfeld der Gestaltung von Bildungslebensräumen der Zukunft ist Kommunikation und Kooperation aller beteiligten Partner eine zentrale Grundlage.

Durch die gesetzliche Verankerung der Inklusion und der Ganztagsschule geht es um vielfältige Themen, wie zum Beispiel die Gestaltung von Räumen. Staaten im hohen Norden neigen dazu, den Raum, neben Lehrern und Mitschülern, als den „dritten Pädagogen“ wahrzunehmen.

Nur eine wohltemperierte Planung kann der Aufgabe gerecht werden. „Es ist erforderlich, die Planungs- und Bauleistungen in kürzester Zeit vorzunehmen“, so die Sitzungsvorlage. Den Bürger, die Zielgruppe nicht mitgestalten zu lassen, ist ihr eigentlicher Sinn.


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