LeserbriefeFREI

„Blühstreifen können Artenschutz nicht dienen, wenn Pestizide die Nahrung vergiften“

Umweltschutz

Donnerstag, 27. Mai 2021 - 10:30 Uhr

von Jürgen Kruse (Legden)

Leserbrief zum BZ-Artikel „Blühmischungen für Kindergärten und Schulen“.

Foto: pd

Hummel, Biene und Co. sollen hier Nahrung finden.

Was sollen diese Blühstreifen? Angelegte Blühstreifen können dem Insekten- beziehungsweise Artenschutz nicht dienen, wenn Pestizide aus anliegenden Nutzflächen den Insekten die Nahrung vergiften. Pestizide sind zum Teil systemisch, verteilen sich in der gesamten Pflanze, sind wasserlöslich, kontaminieren den Boden und werden kilometerweit verfrachtet, vergiften nicht nur Blühstreifen. Aktuell wird in der „konventionellen“ Landwirtschaft nur selten auf Insektizide verzichtet, die per Direktabdrift, Stauberosion oder Ausgasung die Umwelt belasten.

Wenn Vertreter des Bauernverbandes und des Kreises das Anlegen von Blühstreifen proklamieren, Bauernlobbyisten die Bürger zu Spenden aufrufen, so suchen sie nach Gründen – unter dem Deckmantel „einer guten Tat“ –, die Umgebung weiterhin mit Agrogiften belasten zu dürfen.

Wir sollten Landwirte dazu motivieren, sich an das Pflanzenschutzgesetz (unter anderem Paragraf 3) zu halten und Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes anzuwenden.

Gute „fachliche Praxis“ kann durch vorbeugende Maßnahmen die Gesundheit der Pflanzen erhalten. Fruchtwechsel, Humuserhalt und Schonung der Bodenmikrobiologie sind eigentliche Grundlagen bäuerlicher Bewirtschaftung – und nicht der Chemieeinsatz. Biodiversität – wie vereinbart – auch über neue Biotopverbundlinien (besonders als Hecken) anzustreben ist wohl notwendig.

Dann wäre Artenschutz möglich, die Gewässer entsprächen der Wasserrahmenrichtlinie, das Grundwasser wäre unbelastet...