LeserbriefeFREI

Bauplanung Wasserstiege: Denkt dabei an unsere Kinder!

Wasserstiege

Donnerstag, 10. Juni 2021 - 07:30 Uhr

von Von Familie Birnbaum aus Borken

Leserbrief zur BZ-Berichterstattung über die Planungen für das Baugebiet Wasserstiege:

Foto: Kauffelt

Die Planung des Gebietes Wasserstiege geht in die nächste Runde. Eine langfristige Nichtbebauung scheint illusorisch. Wurde aber gefragt, was sich unsere Kinder wünschen? Was hinterlassen wir ihnen? Komplette Bebauung mit „etwas mehr Grün“ oder konzentrierte Teilbebauung und „Park“?

Uns fehlt eins: Die Vision! Es ist heute mach- und bezahlbar, Wohnraum, soziales Miteinander, ökologische und nachhaltige Nutzung in Wohngebieten zusammen zu bringen. Unseres Erachtens sogar Pflicht (Stichwort Klimaziel) und Aufgabe der Stadt und jeder Partei im Rat. Dazu bedarf es Mut, Willen und Weitsicht.

Gerade in einem Gebiet wie diesem bieten sich fantastische Möglichkeiten als Stadt, zu zeigen wofür man steht.

Materielle Härten für die Otto-Normal-Familie kann die Stadt als Inhaber der meisten Flächen abfedern, indem sie kleine Parzellen langfristig verpachtet oder günstig verkauft – an Familien und nicht an den meistbietenden Spekulanten. Energetisch autarkes Wohnen ist keine Utopie und bezahlbar. Unternehmer aus der Region können Konzepte zu nachhaltigem Bau und einer langfristig kostengünstigen Energieversorgung (PV, Wärmepumpe…) umsetzen.

Kinder lieben und brauchen Natur, Spiel und Gemeinschaft.

Naturspielplätze und Gemeinschaftsflächen bringen Menschen und Generationen mehr zusammen als das Kasernieren in Seniorenwohnheime. Die Lage dort ist optimal: Der Bahnhof ist nah, Schulen und Versorgungseinrichtungen sind um die Ecke. Fahrradfahrer, Fußgänger und Kinder bekommen Vorfahrt. Es gibt Verkehrskonzepte ohne mehrspurige Straßen. Wirklich!

Der sinnvolle Erhalt von großen Teilen der bestehenden Flora und Fauna der Wasserstiege ist keine grüne Spinnerei, auch kein Widerspruch zu attraktivem Wohnraum. Ein nicht umgesägter Altbaum ist klimatisch für die Stadt mehr wert als irgendwelche Ausgleichsflächen. Menschen in der gesamten Umgebung würden davon weiter profitieren. Gemeinschaftlicher Schrebergarten 2.0? Erinnern Sie sich an das Gefühl, als Kind in den selbst gepflückten Apfel zu beißen?

Es gibt tausend Ideen und Beispiele. Es muss nur gewollt werden. Stadt, Politik und Unternehmen könnten zeigen, was ihnen die Zukunft unserer Kinder wert ist. Ansonsten wird es nur ein weiteres Baugebiet mit stark wirtschaftlichen Interessen und faulen Kompromissen.

Artikel zum Thema

Klimaschutz ist zentrales Thema im Stadtrat

Wie grün soll die Wasserstiege in Borken bleiben?

Was passiert mit der Wasserstiege?

Wasserstiege: Grüne schlagen Kompromiss vor

Leserbriefe

Die Einsender vertreten ihre eigene Meinung, für die die Redaktion keine Verantwortung trägt. Kürzungen bleiben in jedem Fall vorbehalten. Briefe ohne vollständigen Namen und Adresse werden nicht veröffentlicht