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Veranstalter wollen an Multi-EM 2022 festhalten

Leichtathletik

Donnerstag, 2. April 2020 - 15:34 Uhr

von Von Frank Thomas, dpa

dpa München. 50 Jahre nach den Olympischen Spielen will München mit den European Championships wieder ein Sportgroßevent ausrichten. Doch die Olympia-Verschiebung führt zu einer Kettenreaktion in den Terminkalendern. Die Veranstalter halten aber an ihrem Plan fest.

Die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 führt zu Kettenreaktionen in den internationalen Sport-Kalendern. Die Veranstalter der European Championships in München bekundeten ihre feste Absicht, dennoch an dem Termin der Multi-EM vom 11. bis zum 21. August 2022 festzuhalten.

„Die Olympia-Verschiebung auf 2021 hat eine Kettenreaktion bei Veranstaltern von Sport-Events ausgelöst, aber wir bleiben bei unserem Termin“, sagte der Schweizer Marc Jörg, der Mitbegründer und Geschäftsführer der European Championships, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Da World Athletics plant, nach der Olympia-Verschiebung auf 2021 seine Leichtathletik-WM in Eugene ein Jahr später in 2022 auszurichten, gibt es gewaltige Termin-Kollisionen nicht nur mit den European Championships, bei denen die Leichtathletik-EM das Herzstück wäre, sondern auch den Commonwealth Games in Birmingham (27. Juni bis 7. August 2022). „Die Terminkalender müssen völlig neu gestaltet werden. Dies geht nur mit einer offenen Diskussion aller Beteiligten“, sagte Marc Jörg und fügte hinzu: „Es darf nicht sein, dass das größere Event immer das kleinere verdrängt.“

Dass es eine Mammutaufgabe wird, einen optimalen Termin für jede verlegte Großveranstaltung zu finden, ist dem Schweizer klar. „Die Fakten der Olympia-Verschiebung sind noch sehr frisch. Im Moment fehlt noch die Gesamtsicht auf die kommenden Sportjahre. Nur in umfangreichen Diskussionen kann es praktische Lösungen für alle Seiten geben“, sagte er. Dennoch lässt er sich von der Ungewissheit nicht verrückt machen: „Besorgniserregend wäre es für alle, wenn in den anstehenden Diskussionen keine einvernehmlichen Lösungen gefunden würden.“

Neben dem Titelkampf der Leichtathleten sollen 2022 in München auch parallel die Europameisterschaften im Radsport, Golf, Turnen, Triathlon und Rudern stattfinden. Die Premiere der Multi-EM war 2018 in Glasgow und Berlin ein riesiger Erfolg vor allem für die übertragenden Fernsehstationen. Denn sie freuten sich mit fast einer Milliarde TV-Zuschauern über ein Vielfaches an Einschaltquote, als es sonst bei Einzel-EM der Fall war.

Der Leichtathletik-Weltverband hatte auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ mitgeteilt, dass er derzeit mit allen Parteien diskutiere, „wie wir alle drei Events Commonwealth Games, EM und WM 2022 im Kalender platzieren können.“ Zwar sind EM und WM der Leichtathleten in einem Jahr durchaus denkbar. Doch sollte keiner der drei Veranstalter zu einer Terminverlegung beispielsweise auf Mai oder Juni 2022 bereit sein, wäre der Wirrwarr perfekt. München hatte den Termin im August immer damit begründet, das Ereignis genau 50 Jahre nach den Spielen 1972 im Olympiapark zu zelebrieren.

Die Mehrfach-EM soll rund 130 Millionen Euro kosten. 100 Millionen Euro teilen sich Stadt, Freistaat und Bund. „Die Sportanlagen sind darauf vorbereitet, die Hotels für diesen Zeitpunkt geblockt. Und wir müssen immer sehen, dass von einer Verlegung neben der Leichtathletik mindestens fünf weitere Sportarten mit ihren Verbänden betroffen wären“, sagte Marc Jörg.

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