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Ingolstadt hofft auf Happy End mit Retter Oral

Fußball

Donnerstag, 23. Mai 2019 - 13:27 Uhr

von Von Manuel Schwarz, dpa

dpa Ingolstadt. Hätte dem FC Ingolstadt vor der Saison jemand Relegationsspiele prophezeit, wären die Schanzer in der Hoffnung auf einen Aufstieg einverstanden gewesen. Nun steht die Relegation an - aber gegen den Abstieg! Für ein Happy End soll ein rettungserprobter Coach sorgen.

Es muss zuvor enorm viel schiefgelaufen sein, wenn ein Verein mit einer „Riesenfreude“ in zwei K.o.-Duellen gegen den Abstieg spielt. Tomas Orals Ausblick auf die Relegation seines FC Ingolstadt aber spiegelt passend den Gefühlswandel wider.

Die Ingolstädter waren eigentlich als Mitfavorit in die 2. Fußball-Bundesliga gestartet, können nach einer völlig verpatzten Saison aber froh sein, überhaupt noch gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden um den Klassenerhalt kämpfen zu dürfen. „Es ist absolut eine Riesensache, dass wir hier sitzen und über die Relegationsspiele sprechen dürfen“, sagte Oral vor dem Hinspiel am Freitag (18.15 Uhr/ZDF) in Hessen.

Im Bewusstsein des ungeahnten Formabfalls in den vergangenen Monaten hütet sich der Coach davor, von einer Favoritenrolle des einstigen Bundesligisten zu sprechen. „Uns liegt es sehr fern, in dieser Situation, nach diesen letzten 15 Spielen, überhaupt irgendjemanden zu unterschätzen“, hatte jüngst auch Abwehrspieler Mergim Mavraj betont und gefordert: „Wir müssen demütig an die Sache rangehen.“

Demütig aber selbstbewusst, motiviert aber geduldig: In jedem Fall setzen die Schanzer in den beiden Extraschichten auf Emotionen. Dafür scheint Oral der richtige Coach zu sein. Der 46-Jährige soll auch seine zweite Retter-Mission beim FCI erfolgreich abschließen, nachdem er den strauchelnden Verein schon in der Saison 2011/12 vom Tabellenende zum Klassenerhalt gebracht hatte.

Der Unterfranke schaffte es, dem verunsicherten Team eine Linie zu geben. Anders als seinen gleich vier Vorgängern in der Saison (Stefan Leitl, Alexander Nouri, Roberto Pätzold, Jens Keller) gelang es ihm, die individuell beachtlich ausgestattete Truppe mit einem gemeinsamen Plan auszustatten. „Die Moral der Jungs ist intakt“, findet Mavraj.

Entscheidenden Anteil daran hat der Schlussspurt mit fünf Siegen und einem Remis in sieben Partien. Oral hatte den FCI als Tabellenletzten mit fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsrang übernommen. Nun ist die Chance da, die Seuchensaison doch noch mit einem Happy End abzuschließen. Oral sagte, er sei „absolut überzeugt“, am Ende zu jubeln. Co-Trainer Michael Henke sah „einen unheimlichen Willen“ im Team, „jedes Spiel gegen alle Widerstände umzubiegen“. Der erfahrene Coach ist sich daher sicher: „Wenn wir das in die beiden Spiele der Relegation mitnehmen, dann sind wir nicht zu schlagen.“

Die Personalsituation bei Wehen Wiesbaden könnte zudem für Ingolstadt sprechen: Die Hessen müssen auf die verletzten Innenverteidiger Niklas Dams und Offensivspieler Jules Schwadorf verzichten. Darüber hinaus wurde Agyemang Diawusie nicht für die zwei Partien nominiert: Der Stürmer ist aus Ingolstadt ausgeliehen und soll im Sommer zurückkehren. „Wir haben die Verantwortung, ihn zu schützen. Es ist ihm nicht zuzumuten, entweder uns oder Ingolstadt sportlich zu schaden“, begründete Trainer Rüdiger Rehm die Entscheidung.

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