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„Gesunde Historie“: ALBA will gegen FC Bayern zurückschlagen

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Dienstag, 18. Juni 2019 - 12:37 Uhr

von Von Martin Moravec, dpa

dpa München. Wieviel Einfluss kann die Geschichte eines Vereins in einer Finalserie haben? Nach Ansicht von Münchens Marko Pesic eine Menge. Nach dem Auftaktsieg um die Basketball-Meisterschaft muss sich der FC Bayern auf viel Gegenwehr bei ALBA einstellen.

Es ist Zeit für Nervenkitzel in der Hauptstadt. Die Rückkehr nach Berlin zum zweiten Final-Duell gegen ALBA um die deutsche Basketball-Krone ist für Münchens Geschäftsführer Marko Pesic etwas Besonderes.

Für den früheren Nationalspieler kann schon die Geschichte des Vereins ein wichtiger Faktor in der Playoff-Serie werden. „Wenn ich ein ALBA-Spieler wäre, komme in die Halle und weiß um die Historie des Vereins, gebe ich 20 Prozent mehr. Und so spielen die auch“, sagte Pesic vor dem zweiten Kräftemessen am Mittwoch (20.30 Uhr/Magenta Sport) in der Mercedes-Benz-Arena. „Ich glaube schon, dass das viel bedeutet, vor allem wenn man das als Verein an den Spieler vermitteln kann.“

Pesic war selbst ein Stück der Berliner Geschichtsschreibung. Insgesamt acht Jahre war der frühere Aufbauspieler für ALBA aktiv. Und erlebte so fast komplett jene Phase mit, als der Verein aus der Hauptstadt von Ende der 90er an siebenmal nacheinander Meister wurde und die Konkurrenten mit seiner Dominanz förmlich erdrückte. Pesic fehlte wegen eines einjährigen Abstechers zu Iraklis Thessaloniki nur bei einem dieser Titel.

„ALBA Berlin ist ein Verein, der eine gesunde Historie hat“, erzählte Pesic weiter. „Wenn du da spielst, außer du bist ein totaler Egomane, verstehst du: Ich spiele für diesen Verein. Und dann musst du schon ein bisschen mehr geben.“ Kraft müsse man nicht zwingend aus der Historie ziehen, es könne aber eben durchaus ein Faktor sein, meinte der 42-Jährige, der seit dem Sommer 2011 beim FC Bayern als Funktionär angestellt ist. Zweimal wurden die Münchner bislang Bundesligameister.

Das Auftaktduell der aktuellen Finalserie war das erwartet harte Stück Arbeit. Trotz langen Rückstands drehte der Hauptrundenerste noch die Partie und siegte 74:70. „Man darf sich auf dem Heimvorteil nicht ausruhen, deshalb müssen wir am Mittwoch gleich wieder mit 100 oder 120 Prozent ins Spiel reingehen und wollen auch das gewinnen“, betonte Münchens Kapitän Danilo Barthel vor Spiel zwei.

Die Berliner wollen natürlich zurückschlagen. In dieser Saison konnte die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses im Pokal-Viertelfinale im Dezember die Münchner bezwingen, die beiden Punktspiele gewann jedoch der FC Bayern. „Wir müssen es über die 40 Minuten Spielzeit besser machen“, bemerkte der Spanier, nachdem seine Mannschaft in der Schlussphase in München völlig aus dem Rhythmus geraten war.

„Wir haben fast elf Monate gearbeitet, um hier zu stehen. Jeder bei uns ist sich bewusst, dass er den vollen Fokus auf zehn Tage legen muss, um sich für diese harte Arbeit zu belohnen“, sagte Barthel, für den die Mercedes-Benz-Arena „eine außergewöhnliche Halle in Europa“ ist. „Sie wird in den Finals sicher gut besucht, wenn nicht ausverkauft sein. Deswegen ist es nie einfach, in Berlin zu spielen.“

Dem FC Bayern würde eine Leistungssteigerung des langjährigen NBA-Profis Derrick Williams helfen. Nur acht Punkte waren die Ausbeute des US-amerikanischen Flügelspielers im Auftaktmatch. „Er will unbedingt. Und vielleicht stört ihn das auch ein bisschen. Er muss runterfahren und seine Emotionen ein bisschen kontrollieren, ein bisschen fokussierter und geduldiger sein“, riet ihm Pesic: „Vielleicht hilft ihm der Sieg, ein bisschen ruhiger zu werden.“

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