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Bayern mit Goretzka zurück im „Matchday-Modus“

Fußball

Freitag, 26. Februar 2021 - 11:55 Uhr

von Von Christian Kunz und Klaus Bergmann, dpa

dpa München. Thomas Müller trainiert wieder individuell, Serge Gnabry sogar mit dem Team - und Leon Goretzka glänzt bei der Rückkehr gleich als „Schlüsselspieler“.

Mit der Rückkehr von Muskelmann Leon Goretzka will der FC Bayern in der Fußball-Bundesliga wieder was draufpacken.

Der nach einer Corona-Infektion genesene Fußball-Nationalspieler stellte seine Bedeutung beim 4:1 in der Champions League gegen Lazio Rom als Startelf-Rückkehrer auf Anhieb unter Beweis. „Wir haben es geschafft, wieder den Matchday-Modus auf den Platz zu bringen. Waren von Anfang an aggressiv, hatten guten Zugriff. Das war ein erster guter Schritt in die richtige Richtung“, sagte Goretzka. Der nächste soll am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln folgen.

Nach einem 3:3 des frisch gekürten Club-Weltmeisters gegen Bielefeld und einem 1:2 in Frankfurt soll der auf zwei Punkte geschrumpfte Vorsprung des Spitzenreiters auf RB Leipzig zumindest behauptet werden. Schon gegen die Eintracht sorgte Goretzka bei seinem 45-Minuten-Comeback zur Freude von Trainer Hansi Flick für „positive Energie“ im Bayern-Spiel. Er präsentierte sich in Frankfurt und Rom nach der Zwangspause fitter als das zu erwarten war.

„Es waren schwierige zwei Wochen für jemanden, der eigentlich jeden Tag Sport macht, die Füße hochzulegen“, sagte Goretzka. „Es ist nicht die Corona-Erkrankung, die in den Knochen steckt. Eher die zwei Wochen Trainingspause.“ Trotzdem unterstrich er gleich wieder seinen Wert im Münchner Ensemble. Um diesen wird es auch bei den nahenden Vertragsverhandlungen gehen. Der Kontrakt des 26-Jährigen läuft am 30. Juni 2022 aus. Da die Bayern-Bosse einen zweiten Fall Alaba, also den ablösefreien Abgang eines Stars unbedingt vermeiden wollen, soll rechtzeitig eine Einigung mit Goretzka gefunden werden.

„2020 hat er einen sehr großen Sprung gemacht, um das zu werden, was wir beim FC Bayern einen Schlüsselspieler nennen. Das Tandem Kimmich/Goretzka ist eines der besten, das ich kenne“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in diesem Monat bei Sport1. „Ich hoffe, dass er auf der zweiten Ebene, der moralisch empathischen Ebene, auf welcher er sich ebenso hervorragend entwickelt hat, weiß, was man dem Verein in Zeiten von Corona zumuten kann. Ich mache da keinen Hehl daraus: Wir werden nicht alles mitmachen können und brauchen da auch das Verständnis der Spieler.“

Goretzka, der zusammen mit Joshua Kimmich die Hilfsaktion #WeKickCorona initiierte, sind die finanziellen Herausforderungen der Clubs in Corona-Zeiten keineswegs entgangen. Doch Goretzkas Stellenwert ist nun auch weitaus höher als bei seinem ablösefreien Wechsel im Sommer 2018 vom FC Schalke. Wie auch der Marktwert, der damals auf 40 und heute auf 70 Millionen Euro taxiert wird.

„Er ist mittlerweile einer der wichtigsten Spieler, wenn nicht sogar der wichtigste Spieler der Bayern“, lobte ihn Sky-Experte Dietmar Hamann nun. Abseits des Platzes hat der meinungsstarke Goretzka, der als privilegierter Profisportler auch den Blick auf die Gesellschaft hat, sein Profil als Spieler mit hohen Wertvorstellungen geschärft.

„Wenn er seine Leistung abruft, tut uns das gut“, sagte Flick. Der Bayern-Coach freut sich, dass sich die angespannte personelle Lage nicht nur dank Goretzka bessert. Thomas Müller schwitzte nach seiner häuslichen Quarantäne wegen einer Corona-Infektion erstmals wieder an der Säbener Straße, Serge Gnabry trainierte nach seinem Muskelfaserriss schon wieder mit der Mannschaft. Und auch Javi Martínez, der wie Goretza und Müller wegen einer Covid-19-Erkrankung pausieren musste, ist wieder zurück.

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