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Scholz würdigt Flüchtlingshelfer: Besuch bei Verein in Köln

Konflikte

Samstag, 14. Mai 2022 - 08:46 Uhr

von Deutsche Presse Agentur

dpa Köln. Bundeskanzler Olaf Scholz hat den deutsch-ukrainischen Verein „Blau-Gelbes Kreuz“ in Köln besucht und dessen Hilfe für Menschen in der Ukraine und für Flüchtlinge in Deutschland gewürdigt. „Das ist hier eine sehr bewegende Aktivität“, sagte er nach seinem Besuch vor Journalisten. Es sei ein „großes ehrenamtliches Engagement“, das mit „unglaublicher Professionalität“ betrieben werde. Scholz traf bei dem Besuch auch auf eine Frauenfußballmannschaft, die nach Köln geflüchtet war.

Foto: Oliver Berg/dpa-Pool/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) besucht den deutsch-ukrainischen Verein „Blau-Gelbes Kreuz“ in Köln.

Das „Blau-Gelbe Kreuz“ - erst 2017 gegründet - kümmert sich beispielsweise um Hilfsgüter-Transporte. Ein Projekt sind Babyboxen für werdende Mütter in der Ukraine. Der Verein initiierte aber zum Beispiel auch eine Solidaritätskundgebung, bei der Teddybären mit Namen von Kindern abgelegt wurden, die im Ukraine-Krieg gestorben sind. In Köln versorgt die Organisation viele Geflüchtete.

„Er hat sehr viel gefragt“, berichtete eine Vereinssprecherin nach dem Besuch. Scholz habe sich richtig Zeit genommen und allen die Hand gegeben. Zudem habe er sich bei den Ehrenamtlichen „mehrfach“ für ihre Arbeit bedankt. Bei konkreten Problemen habe er zugesagt, sich zu kümmern. Der Verein fragte unter anderem, ob es möglich sei, städtische Unterkünfte für Geflüchtete als Wohnsitz anzuerkennen - damit diese Arbeit aufnehmen könnten.

Zu den Geflüchteten, die mit Scholz sprachen, gehörte den Angaben zufolge eine Frau, die hochschwanger aus der Ukraine geflohen war und ihre Tochter in Köln zur Welt gebracht hatte. Ein anderes Mädchen habe Scholz ein traditionelles ukrainisches Begrüßungsbrot geschenkt. Bei den Fußballerinnen, mit denen Scholz abschließend für ein Foto posierte, handelte es sich um Spielerinnen des FC Kryvbas, die aktuell in einem Kölner Flüchtlingshotel leben.

Scholz forderte bei dem Besuch erneut einen Waffenstillstand in der von Russland angegriffenen Ukraine und eine Lösung des Konflikts, die kein „Diktatfrieden“ Russlands sein könne. „Das wird aber - fürchte ich - leider nicht sehr schnell der Fall sein“, betonte der Kanzler. „Deshalb habe ich auch sehr klar gemacht, dass wir die Ukraine unterstützen werden solange wie es nötig ist - finanziell, humanitär, aber selbstverständlich auch mit unseren militärischen Lieferungen.“

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