NRW

Mutmaßlicher Wolf tötet Schafe und Lämmer in Lembeck

Die Hunde ruhten sich nach der Nachtschicht aus. Der Schäfer ließ die Herde in Lembeck eine Stunde allein. Das nutzte mutmaßlich ein Wolf am Morgen gnadenlos aus.

Von Petra Berkenbusch

20.03.2023

Schäfer Erwin Biedermann an der Weide, auf dem seine Schafe zum Zeitpunkt des Angriff standen.

Schäfer Erwin Biedermann an der Weide, auf dem seine Schafe zum Zeitpunkt des Angriff standen.

© BLUDAU FOTO

Schäfer ist erschüttert

LEMBECK. Erwin Biedermann kann es nicht fassen: Am Morgen ist ein Wolf über Tiere aus seiner Schafherde hergefallen. Zum zweiten Mal seit Februar bot sich dem Schäfer ein Bild des Grauens: „Hier liegen mindestens fünf tote Lämmer und mehrere tote Altschafe“, berichtete er der Dorstener Zeitung. „Aber noch schlimmer: Etliche Tiere sind schwer verletzt und ringen mit dem Tod. Ich warte darauf, dass ein Tierarzt kommt und die Tiere endlich erlöst.“

Mutmaßlicher Wolfsangriff auf Schafsherde

Der Tierarzt war am Sonntagmittag ebenso unterwegs zum Torfvenn wie der vom Schäfer alarmierte Wolfsberater. In seiner 50-jährigen Berufstätigkeit als Schäfer hat Erwin Biedermann einen solchen Wolfsangriff am Tag noch nicht erlebt. Seine Hunde, die die Herde die Nacht über geschützt hatten, durften sich am Morgen erholen. Biedermann: „Für die Hunde ist das eine anstrengende Arbeit, stundenlang aufmerksam zu sein und die Herde zu bewachen. Deshalb müssen sie sich tagsüber mal ausruhen.“

Der 70-Jährige war am Morgen kurz nach Rhade gefahren. Als er von dort zurückkam, bemerkte er sofort das Gemetzel, das sich bei den 370 Mutterschafen und vielen acht bis zwölf Wochen alten Lämmern abgespielt haben muss.

Der mutmaßliche Wolf hat tote und verletzte Tiere zurückgelassen.

Der mutmaßliche Wolf hat tote und verletzte Tiere zurückgelassen.

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„Ich darf die verletzten Tiere selbst nicht töten“, berichtete er am frühen Nachmittag. „Ich schaue jetzt schon die ganze Zeit zu, wie sie sich quälen, bis endlich ein Tierarzt hier ist. Hauptsache, dem Wolf geht es gut.“

Erwin Biedermann macht aus seinem Ärger über die Prioritäten im Tierschutz und seiner Hilflosigkeit keinen Hehl.

Am Nachmittag endlich durfte der Jagdpächter die schwer verletzten Tiere mit der Pistole erschießen.

Zum Thema: Riss in Rhade

Mitte Februar wurden zwölf Schafe in Rhade gerissen. Auch damals waren es Tiere des Schäfers Erwin Biedermann. Ein vom Land Nordrhein-Westfalen geförderter Wolfsschutzzaun hatte nicht geholfen. Dabei handelte es sich um die ersten Risse in Rhade, das zum Wolfsgebiet Schermbeck gehört. Biedermann kündigte daraufhin im Februar an, dass er sich aus der Schafshaltung zurückziehen wolle.

Mutmaßlicher Wolf tötet Schafe und Lämmer in Lembeck

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