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Lanxess mit dickem Gewinn, aber verhaltenem Ausblick

Chemie

Donnerstag, 14. März 2019 - 14:27 Uhr

von Deutsche Presse Agentur

dpa/lnw Köln. Wer am Rhein beim Kölner Dom steht, dem dürfte die Zentrale von Lanxess auf der anderen Flussseite schnell auffallen: Der hohe Turm ist nicht zu übersehen. Einst als Kautschuk-Produzent bekannt, hat sich die frühere Bayer-Abspaltung inzwischen neu ausgerichtet.

Der frühere Kautschukhersteller Lanxess stellt sich nach guten Geschäften mit industriellen Zusatzstoffen und Leichtbau-Kunststoffen auf ein zwischenzeitliches Ende seiner kräftigen Wachstumsphase ein. Man rechne für 2019 nur noch mit einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau, sagte Konzernchef Matthias Zachert am Donnerstag in Köln. Ein Grund: Die Marktschwäche in China, die auch Lanxess im Laufe des vergangenen Jahres getroffen hat und in den ersten zwei Monaten 2019 anhielt. „Wir gehen aber davon aus, dass wir das kompensieren können in anderen Bereichen und damit [insgesamt] auf Vorjahreshöhe herauskommen können.“

Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen legte 2018 nach Firmenangaben rund zehn Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um gut zehn Prozent auf rund 7,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn schnellte von 87 Millionen Euro auf 431 Millionen Euro nach oben. Man habe gehalten, was man versprochen habe, sagte Zachert und war zufrieden.

Bekannt wurde der ehemalige Bayer-Geschäftsbereich als Hersteller von synthetischem Kautschuk, der für Autoreifen genutzt wurde. Fast die Hälfte der Gesamtgeschäfte entfiel vor einigen Jahren hierauf - damit war die Firma weitgehend abhängig von der Entwicklung der Autoindustrie. Das aber ist Geschichte: 2016 wurde ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem saudischen Konzern gegründet, Ende 2018 wurde das Geschäft komplett verkauft. Dafür bekam man insgesamt 2,6 Milliarden Euro.

Das Geld nutzte der Kölner Konzern unter anderem für den Kauf von Chemtura, einem US-Hersteller von Flammschutzmitteln, die für das Baugewerbe und industrielle Schmierstoffe genutzt werden. Außerdem stellt Lanxess Kunststoff her, der zum Beispiel zur Herstellung von Auto-Bremspedalen oder von Skateboard-Rollen genutzt wird.

Die Übernahme lohnte sich, die Geschäfte der früheren Chemtura liefen zuletzt gut. Auch das Anfang 2018 erworbene US-Geschäft von Phosphor-Zusatzstoffen des Konkurrenten Solvay war Rückenwind für Lanxess - damit stärkten die Kölner ihre Flammschutz-Palette.

Lanxess hat weltweit 15 400 Mitarbeiter, von denen rund 7500 in Deutschland sind. Neben der Kölner Zentrale mit rund 1000 Mitarbeitern gibt es große Standorte in Leverkusen, Krefeld und Dormagen. Rund 800 Mitarbeiter sind in Deutschland bei dem nun komplett verkauften Kautschuk-Unternehmen Arlanxeo beschäftigt, vor allem in Dormagen und Köln.

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