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Krämer zu Uerdingen: Gehalts-„Pott“ und Training ohne Platz

Fußball

Freitag, 23. April 2021 - 15:24 Uhr

von Deutsche Presse Agentur

dpa/lnw Krefeld. Ex-Trainer Stefan Krämer hat über höchst schwierige Arbeitsbedingungen beim abstiegsbedrohten und finanziell angeschlagenen Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen gesprochen. „Dieses Jahr war es eine Katastrophe“, sagte der 54-Jährige in einem Interview von „Magenta Sport“: „Im Nachhinein betrachtet war es natürlich ein Fehler, das nochmal zu machen.“

Im Zuge des Ausstiegs von Investor Michail Ponomarew musste der DFB-Pokalsieger von 1985 Insolvenz anmelden. Laut Krämer, dessen zweite Amtszeit Mitte April erneut mit einer Entlassung endete, seien die Saläre teilweise zwei bis drei Monate später gekommen. Gelitten darunter hätten vor allem die jungen Spieler. „Wir haben das intern so geregelt, dass die Jungs, die schon ein bisschen länger unterwegs sind und sich das leisten konnten, einen großen Pott gebildet haben. Da wurde Geld reingelegt und die Jungs, die eben Probleme hatten durch den Ausbleib der Zahlungen mit der Miete oder wie auch immer, die konnten sich da Geld rausholen“, berichtete Krämer.

Auch die Trainingsbedingungen seien ungenügend gewesen. „Das Schlimmste war für mich als Fußballtrainer, dass wir keinen Platz hatten. Das ist für mich das Unvorstellbarste, dass du monatelang keinen Trainingsplatz hast als Profi-Fußballverein“, sagte Krämer. Das sei erst unter dem neuen Investor und Gesellschafter Roman Gevorkyan besser geworden. Laut jüngsten Medienberichten drücken den KFC zehn Millionen Euro Schulden. Uerdingen hat als 18. der 3. Liga zwei Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

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