Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Das Wetter in
Borken
Heute
15°/28°
Boulevard

Kehlmann: Tradition macht Österreich tolerant bei Korruption

Literatur

Samstag, 25. Mai 2019 - 12:47 Uhr

von Deutsche Presse Agentur

dpa Hamburg. Das kürzlich veröffentlichte Strache-Video sorgt noch immer für Aufregung. Nun äußert sich Bestseller-Auto Daniel Kehlmann zu dem Fall - und erklärt, warum Österreich für Korruption anfälliger ist.

Österreich ist nach Einschätzung des deutsch-österreichischen Schriftstellers Daniel Kehlmann aufgrund seiner Vergangenheit anfälliger für Korruption als etwa Deutschland.

„Österreich hat mit seiner höfisch-katholischen Tradition leider auch eine größere Toleranz gegenüber Korruption, gegenüber Einflussnahme, gegenüber Mauschelei“, sagte der 44-jährige Bestsellerautor („Tyll“) dem „Spiegel“. Deutschland dagegen sei stark bestimmt von einer „Kultur des protestantischen Pfarrhauses“.

„Kant und die protestantische Ethik, das ist keine schlechte Sache: Man nimmt vieles nicht hin, womit der Österreicher erst mal gar kein Problem hat“, sagte Kehlmann. „Und da sind wir wieder bei Ibiza. Es muss ganz viel passieren, man muss schon unglaubliche Dinge sagen, damit auch ein Großteil der österreichischen Bevölkerung sagt, also nein, das geht wirklich nicht.“

Ein im Sommer 2017 auf Ibiza heimlich aufgenommenes Video hatte in Österreich eine Regierungskrise ausgelöst. Das Video zeigt, wie der Rechtspopulist und spätere Vizekanzler Heinz-Christian Strache mit einer vermeintlichen russischen Investorin über eine Zusammenarbeit redet. Dabei geht es auch um mögliche Staatsaufträge im Gegenzug für verdeckte Wahlhilfe zugunsten der FPÖ und um strategische Einflussnahme auf Medien. Infolge der daraus resultierenden Regierungskrise sind inzwischen keine FPÖ-Politiker mehr im Kabinett.

Ihr Kommentar zum Thema

Kehlmann: Tradition macht Österreich tolerant bei Korruption

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und bestätige dies mit dem Absenden der Nachricht. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit für die Zukunft widerrufen. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter https://www.borkenerzeitung.de/verlag/datenschutz.


captcha