Reken

Bürgermeister Deitert: „Ich bin stolz auf das Erreichte“

Bürgermeister Manuel Deitert strebt eine zweite Amtszeit an. Im BZ-Interview spricht er über seine Pläne für die nächsten fünf Jahre, die kommunalen Finanzen in Corona-Zeiten und den Angriff auf den Klein Rekener Imbiss.

Von Tim Schulze

01.09.2020

Rekens Bürgermeister Manuel Deitert strebt bei der Kommunalwahl am 13. September eine zweite Amtszeit an.

Rekens Bürgermeister Manuel Deitert strebt bei der Kommunalwahl am 13. September eine zweite Amtszeit an.

© Schulze

BZ-Kandidaten-Interview

REKEN. Bürgermeister Manuel Deitert (CDU) strebt eine zweite Amtszeit an. Bei der Kommunalwahl am 13. September möchte der 41-Jährige wiedergewählt werden. Im Interview mit BZ-Redakteur Tim Schulze spricht Deitert unter anderem über seine Pläne für die nächsten fünf Jahre, die kommunalen Finanzen in Corona-Zeiten und den Angriff auf den Klein Rekener Imbiss vor einigen Wochen.

BZ:Herr Deitert, warum möchten Sie als Bürgermeister wiedergewählt werden?

Manuel Deitert: Weil ich seit elf Jahren mit Herzblut für Reken arbeite und weil ich die vielen Projekte, die wir angestoßen haben, weiterverfolgen und zu Ende führen möchte. Mir sind unsere Gemeinde, die Bürger und Mitarbeiter des Rathauses sehr ans Herz gewachsen. Ich bin topmotiviert und stolz auf das Erreichte. Gerade kann ich mir nicht vorstellen, woanders zu arbeiten, weil es hier rundherum passt.

BZ:Welche sind aus Ihrer Sicht die Themen, die in Reken angepackt werden müssen, um die Kommune weiterzuentwickeln?

Deitert: In den nächsten fünf Jahren strebe ich eine Partnerschaft in der Trägerschaft unseres Gymnasiums an. Für das Dauerthema Verkehr möchte ich ein modernes Verkehrsleitsystem etablieren. Die Züge müssen wieder regelmäßig und verlässlich fahren. Die begonnene Digitalisierung in der Verwaltung soll abgeschlossen werden. Und wir müssen uns wegen bundesgesetzlicher Vorgaben mit der Windkraft beschäftigen. Ich möchte die Fahrradmobilität weiter ausbauen und Lösungen für das Hundekotproblem anbieten. Und das alles weiterhin mit der Brille der wirtschaftlichen Vernunft, ohne Schulden zu machen.

BZ:Wie möchten Sie das Hundekotproblem lösen?

Deitert: Ein paar weitere Hundekotstationen aufzustellen, wird das Problem allein nicht lösen. Wir müssen das im großen Stil anpacken. Ich könnte mir vorstellen, eine Stelle am Bauhof zu schaffen, die sich damit befasst. Die Person müsste mit einem Auto ausgestattet werden und durch die Ortsteile fahren, um die Stationen regelmäßig zu leeren.

BZ:Was macht die Gemeinde Reken für Sie aus?

Deitert: Reken hat viel zu bieten. Landschaftlich gibt es eine ungeheure Vielfalt. Außerdem mag ich die Mentalität meiner Mitbürger. Die Bodenständigkeit und teilweise auch Bockigkeit der Rekener in Verbindung mit einer beeindruckenden Schaffenskraft passen gut zu mir.

BZ:Sie gehen als Favorit in die Bürgermeisterwahl. Haben Sie Sorge, das Amt zu verlieren?

Deitert: Sorge, das Amt zu verlieren, darf man nicht haben, wenn man sich auf so ein Amt einlässt. Wahlamt bedeutet, dass alle fünf Jahre neu gewählt wird. Das ist Demokratie. Ich freue mich wirklich, dass ich gute Gegenkandidaten habe und dass die Rekener eine Wahl haben. Ich habe als Bürgermeister fünf Jahre alles gegeben. Und ich finde, die Ergebnisse passen auch. Wenn das von einer Mehrheit am Ende anders gesehen werden sollte, wäre das eben so.

BZ:Welche waren Ihre persönlichen Höhe- und Tiefpunkte während der vergangenen fünf Jahre?

Deitert: Höhepunkte gab es viele. Zum Beispiel das 50-Jährige Gemeindejubiläum und die Einweihungen von neuen Kindergärten sowie den Feuerwehrgerätehäusern in Klein Reken und Maria Veen. Genauso bleiben mir die vielen Kinder- und Familienfeste und Radwandertage in Erinnerung wie auch die Arbeit an unserem Integrationspark. Tiefpunkte waren einige fiese und persönliche Angriffe, die meine Familie tief getroffen haben.

BZ:Wie bewerten Sie die Entwicklung der Zusammenarbeit im Gemeinderat?

Deitert: Ich wähnte uns zwischenzeitlich auf einem richtig guten Weg. Von den jüngsten Manövern einiger Ratsmitglieder, wie dem Beantragen einer Sonderratssitzung und dem Blockieren der Beigeordnetenwahl, bin ich allerdings schwer enttäuscht. Falls ich wiedergewählt werde, möchte ich einige Einzelgespräche führen und alle Ratsmitglieder zu einer Tour einladen, auf der so lange gemeinsam getrunken wird, bis alle, teilweise uralten, Differenzen beigelegt sind.

BZ:Was würden Sie in den nächsten fünf Jahren anders machen, falls Sie wiedergewählt werden?

Deitert: Ich gehe davon aus, dass im neu gewählten Gemeinderat fünf Parteien und eine Wählergemeinschaft vertreten sein werden. Da drohen Mammutsitzungen, Handlungsunfähigkeit und faule Kompromisse. Ich möchte daher versuchen, die Fraktionen erneut zur Bildung eines Ältestenrates zu bewegen, um eine lösungsorientierte Gesprächsgrundlage sicherzustellen.

BZ:Der langjährige Erste Beigeordnete Gottfried Uphoff geht in den Ruhestand. Kämmerer Carsten Hövekamp wird womöglich Bürgermeister in Dülmen. Wie wichtig ist ein gut eingespieltes Team in der Verwaltungsspitze?

Deitert: Super wichtig wie in jeder Unternehmensführung auch. Wir haben das Glück, dass wir auf der Amtsleiterebene mit erfahrenem Personal breit aufgestellt sind. Aber natürlich reißt es eine Lücke, wenn der Beigeordnete, der Kämmer und womöglich auch der Bürgermeister plötzlich weg sind, und das auch noch gleichzeitig. Die Kämmerei ist ja mein Steckenpferd, und ich traue mir schon zu, einen neuen Kämmerer zügig anzulernen.

BZ:Sie betonen stets, wie gut die Kommune finanziell aufgestellt ist. Kann Corona der Gemeinde Reken nichts anhaben, oder müssen sich die Bürger über kurz oder lang auf höhere Steuern und Gebühren einstellen?

Deitert: Wir werden in den nächsten Jahren den Gürtel schon enger schnallen müssen. Aber unsere Rücklagen sind so hoch, dass wir, wenn alles normal läuft, gut durch die nächsten fünf Jahre kommen werden, auch ohne die Steuern und Gebühren anzuheben.

BZ:Vor einigen Wochen haben mehrere Dutzend Männer einen Imbiss in Klein Reken verwüstet. Der Vorfall treibt viele Rekener um. Können Sie die Sorgen nachvollziehen?

Deitert: Ja, natürlich kann ich die Sorgen nachvollziehen. So etwas wollen wir hier nicht haben. Es wurde zuletzt deutlich, dass es sich um eine private Fehde handelte, die jetzt wohl beigelegt wurde. Ich hoffe darauf, dass diejenigen, die das zu verantworten hatten, eine gerechte Strafe bekommen. Eine Gefahr für andere Rekener Betriebe und unsere Bürger sehe ich aber nicht.

BZ:Sie stammen ursprünglich aus Rosendahl. Fühlen Sie sich inzwischen als ‚richtiger‘ Rekener?

Deitert: Ja, das tue ich. Ich habe in den letzten elf Jahren beruflich und privat 24 Stunden am Tag Reken gelebt und jede Ecke der Gemeinde erkundet. Ich habe die Feste mitgefeiert und die Vereine, Gruppen und Traditionen kennengelernt. Zwei meiner drei Kinder sind hier geboren. Meine Frau und ich fühlen uns in Reken wohl. Reken ist zu unserer Heimat geworden.

Zur Person: Manuel Deitert Manuel Deitert wurde in Coesfeld geboren und wuchs auf einem Hof zwischen Legden und Rosendahl auf. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten erwarb er das Wirtschaftsabitur und studierte anschließend nebenberuflich (Abschlüsse als Diplom-Verwaltungsbetriebswirt und Diplom-Verwaltungsbeamter). Zehn Jahre war Deitert bei der Gemeinde Rosendahl in unterschiedlichen Positionen tätig – unter anderem als stellvertretender Leiter der Finanzverwaltung. 2009 wurde er Kämmerer der Gemeinde Reken und vor fünf Jahren zum Bürgermeister gewählt.
Bürgermeister Deitert: „Ich bin stolz auf das Erreichte“

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