Kreis Borken

Wasserverbrauch: Corona verändert das Duschverhalten

Die Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) versorgt auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie die Gemeinde Reken, die Stadt Velen und den Raesfelder Ortsteil Erle mit Trinkwasser. Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, habe das Unternehmen interne Abläufe und Prozesse angepasst, von denen die Kunden nichts merken, erklärt Michel Plath in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Er ist bei RWW für die Trinkwasserproduktion verantwortlich. Zählerstände können die Kunden online abgeben, ein Austausch sei bis auf Weiteres eingestellt, heißt es.

Von Borkener Zeitung

13.04.2020

Dr. Michael Plath vor den Mehrschichtfiltern im Wasserwerk Holsterhausen. Von dort wird der Raesfelder Ortsteil Erle mit Trinkwasser versorgt.

Dr. Michael Plath vor den Mehrschichtfiltern im Wasserwerk Holsterhausen. Von dort wird der Raesfelder Ortsteil Erle mit Trinkwasser versorgt.

© pd

RWW hat keine Probleme wegen der Pandemie

REKEN/VELEN/ERLE. Auf die Frage, wie RWW auf das Coronavirus eingestellt ist, antwortet der promovierte Bauingenieur: „Dafür ist kein gesonderter Aufwand notwendig. Das Grundwasser durchläuft eine lange Bodenpassage und ist im Untergrund gut gegen alle mikrobiellen Verunreinigungen, einschließlich Viren, geschützt.“ Diese Einschätzung werde vom Umweltbundesamt in einer Bewertung des Grundwassers, das für die Trinkwassergewinnung genutzt wird, bestätigt.

In Reken versorgt RWW die Bevölkerung über ein rund 127 Kilometer langes Rohrnetz. Jeder Rekener gebraucht mehr als 120 Liter pro Tag. Diese Menge wird zum Beispiel genutzt für die Körperpflege, um die Toilette zu spülen, zum Kochen und Trinken, für die Waschmaschine aber auch zum Händewaschen.

Hat sich der Wasserverbrauch dadurch erhöht? Plath: „Könnte man meinen, das ist aber nicht so. Weniger als zehn Prozent des täglichen Wasserverbrauchs werden zum Händewaschen benötigt.“

RWW hat im März 5,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an die Rekener Kunden geliefert. Das sind 0,5 Prozent mehr als im Februar und im ersten Quartal des Jahres 0,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Das sind ganz normale Schwankungen, die immer wieder vorkommen“, erklärt Plath.

Verbrauchsspitzen haben sich verschoben

Erkennbar ist aber, dass sich die Wasserabnahme zeitlich verändert hat. Die Tagesmenge ist zwar fast gleich geblieben, die morgendlichen Verbrauchsspitzen haben sich aber von vorher 7 auf etwa 9 Uhr deutlich verschoben. RWW betont: Es stehe ausreichend Trinkwasser in gewohnter Qualität zur Verfügung. Die zeitliche Verschiebung zeigt sich auch in Velen und Erle.

In Velen betreibt RWW ein rund 82 Kilometer langes Rohrnetz. Auch die Velener verbrauchen im Schnitt mehr als 120 Liter Trinkwasser pro Tag. Im März kamen so rund 5,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zusammen. Die Schwankungen sind mit denen in Reken vergleichbar.

Im Bereich Dorsten versorgt RWW über ein 430 Kilometer langes Rohrnetz mehr als 76.000 Einwohner. Darunter sind auch die Verbraucher in Erle. Für diese könne die RWW keine speziellen Verbrauchswerte nennen, erklärt RWW-Pressesprecher Ramon Steggink auf BZ-Nachfrage. Jede Person habe im Schnitt etwa 127 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht. Auch im Raum Dorsten/Erle gebe es nur geringe Mengenveränderungen gegenüber Februar und dem ersten Quartal des Jahres.

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